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Kurt spielt nun bereits im dritten Jahr in einer der größten Reisevereinigungen unseres Verbandes. Im Reisejahr 2025 starteten in der RV Aachen-Nordkreis im Regionalverband 411 insgesamt 70 reisende Schläge. Wer sich hier mit den Jungtauben vorne platzieren möchte, muss alles perfekt zusammenbringen.
Das System mit den Jungtauben
Kurt beginnt die Zucht mit einer Runde Winterjunge aus seinen Zuchttauben; anschließend wird jeweils noch eine Runde aus den Zucht- und Reisetauben gezogen. Mit rund 70 Jungtauben startet er in die Vorbereitung auf die Jungtierreise. In diesem Jahr hat Kurt seine Jungtauben viermal vor der Saison auf etwa 20 km trainiert. Da sie am Haus teilweise über eine Stunde außer Sicht waren, verzichtete er auf weitere Trainingsflüge.
Die Jungtauben hatten zweimal täglich Freiflug, und da Kurt die Geschlechter getrennt hielt, war dies mit einem erheblichen Zeitaufwand verbunden. Nach den Preisflügen wurden sie in der Regel abends wieder getrennt. Doch der Erfolg gibt ihm Recht: Hohe Preisprozente, viele Spitzenplatzierungen und sechs Tauben mit 6/6 Preisen führten zur RV-Jungtiermeisterschaft. Hinzu kommt die „43“ als beste Jungtaube der RV Aachen-Nordkreis. Sie errang bei sechs Preisflügen sechs Preise mit 511,71 As-Punkten und war somit die einzige von über 2.300 Jungtauben mit über 500 As-Punkten.
Die Versorgung der Jungtauben
Bei den Jungtauben hat sich in den letzten Jahren nicht viel Verändert. Nach wie vor kommen hier Hessechol, Blitzform, RO 200 ready, Immunbooster, Bt-Amin forte, Carni-Speed und OptiBreed zum Einsatz. In diesem Jahr wurde allerdings verstärkt nach den Flügen das K+K Protein 3000 eingesetzt. Des Weiteren haben die Jungtauben in der Saison jeweils dienstags und donnerstags Blitzform, Hessechol und den Immunbooster über das Futter bekommen.
Erfolge 2025:
Regionalverband 411 7. Jung-Regionalgruppenmeister RV Aachen-Nordkreis 1. RV-Jungtiermeister 1. und 4. beste Jungtaube 4. VB-Jungtauben-Meisterschaft
Beste Flüge 2025:
10.05 Chalons-en-Champagne 251 km RV gegen 2133 Tauben: 11-12-31-33-37-42-47-50, … (62/41) 24.8 Rethel 220 km RV gegen 2030 Tauben: 3-7-8-11-33- 76-95, … (50/33) 07 Arcis 300 km RV gegen 1.120 Tauben: 1-3-24-39-51- 57, … (33 / 21)
Kurt spielt nun schon im zweiten Jahr in einer der größten RVen in unserem Verband. Im Reisejahr 2024 starteten 88 reisende Schläge in der RV Aachen-Nordkreis im Regionalverband 411. Wenn man sich dabei vorne platzieren möchte, benötigt man exzellente Tauben, aber auch die Windrichtung muss ab und zu dein Freund sein. Kurt konnte sich in diesem Jahr in vielen Meisterschaften mit seinen Tauben einen vorderen Platz erkämpfen.
Das System mit den Reisetauben
Kurt spielt schon seit Jahren mit Vögeln und Weibchen, wobei der Partner immer zuhause bleibt. Ende März werden alle Reisetauben an die Zuchttauben verpaart und müssen ein Jungtier aufziehen. Nach dem zweiten oder dritten Preisflug werden alle Junge auf den Jungtierschlag gesetzt und die Witwerschaft beginnt. Bis zur Hälfte der Saison werden die Partner beim Einsetzen nicht gezeigt. Ab dem siebten oder achten Flug lässt Kurt die Partner vor dem Einsetzen wieder zusammen. Am Flugtag selbst können die Paare bis zu zwei Stunden zusammenbleiben.
Die Versorgung
Die Zuchttauben bekommen das ganze Jahr über Avidress Plus und UsneGano an mehreren Tagen ins Wasser. Einmal pro Woche bekommen sie Blitzform. Zur Unterstützung während der Mauser gibt Kurt seinen Tauben regelmäßig Hexenbier und Hessechol übers Wasser. Während der Aufzucht der Jungen bekommen die Zuchttauben für eine optimale Versorgung OptiBreed mit dem Kräuter-Gemüse-Mix.
Bei den Reisetauben hat sich in den letzten Jahren nicht viel verändert. Nach wie vor kommen Hessechol, Blitzform, RO 200ready, Immunbooster, Bt-Amin forte, Carni-Speed und OptiBreed zum Einsatz. In diesem Jahr wurde allerdings verstärkt K+K Protein 3000 verwendet. Dabei konnte Kurt feststellen, dass seine Reisemannschaft deutlich schneller wieder an Volumen gewonnen hat. Ab Sonntag gibt es immer mittags für sechs Tage in der Woche „Kurts Lecker Schüssel“. Dieser Mix besteht aus Erdnüssen, geschälten Sonnenblumen, Hanf, Käse und Hessechol. Diese Mischung gibt den Tauben nochmal einen extra Schub an Energie.
Erfolge 2024
Kurt konnte viele vordere Platzierungen erreichen, aber besonders erwähnenswert ist hier die 2te Regional-Jungtiermeisterschaft, ganz knapp hinter dem Ersten.
Beste Flüge 2024
Es gab einige Veränderungen. Da die RV nur noch neun Mitglieder hatte, wollte man in eine benachbarte RV wechseln, wurde jedoch nicht aufgenommen. Ein weiterer Versuch bei der RV Baesweiler hatte Erfolg. Allerdings wurden dieser RV auch noch Mitglieder eines anderen RegV zugeordnet, sodass sich die bisherige Einflugschneise änderte. Kurt entschloss sich daher, seine besten Reisetiere aus der Mannschaft zu nehmen und sie in den Zuchtschlag zu setzen. So wurden überwiegend Jährige eingesetzt. Es lief ganz ordentlich. Unter den 77 reisenden Schlägen war unser Sportfreund vorne mit dabei.
Dann jedoch, nach dem 11. Flug, gab es ein Problem. Kurts Schlaganlage liegt nur etwa 10 Meter von einem Feld entfernt, das bewirtschaftet wird. Normalerweise verschließt Kurt die Schlaganlage für einige Tage, wenn Insektizide und Unkrautvernichter ausgebracht werden. In diesem Fall wurden Kartoffeln gesetzt und eine Firma brachte nachts ohne Vorwarnung die Mittel aus. Zwei bis dahin erfolgreiche Reisevögel waren bei ungünstigen Winden den Ausdünstungen ausgesetzt und davon offensichtlich so stark betroffen, dass sie es nicht überlebten. Eine Untersuchung beim Tierarzt bestätigte den Verdacht. Schweren Herzens wurde die Alttierreise eingestellt. Bis dahin konnte Kurt ein Tier mit 11 von 11 Preisen und drei mit 10 Preisen vorweisen.
So konzentrierte sich Kurt auf die Jungtierreise und hielt sich hier schadlos. Am Ende erreichte er Platz 39 in der nationalen Wertung. In der FG (89 Schläge) und in der RegVGrp wurde er Erster, im RegV 3. Meister, in der RV 2. Meister mit einem Abstand von zwei Punkten zum 1. Meister. In der FG, RegVGrp und RV stellte er das beste Jungtier. Nach den sechs Jungtierflügen hatte die Truppe ein prozentuales Preisergebnis von 73 erreicht. Neun Jungtiere erzielten die volle Preiszahlung, insgesamt 48 Tiere kamen auf vier, fünf oder sechs Preise.
Nach wie vor stehen Hessechol, Carni Speed und RO 200 auf dem Versorgungszettel. Hinzu kommen Immunbooster und Entrobac. Nach einem Tipp von Alfred Berger setzt Kurt nun Opti Breed und K+K Protein am Tag nach dem Flug ein. Erdnüsse, Hanf, Sonnenblumenkerne und junger holländischer Käse kommen in eine Schüssel und werden dreimal wöchentlich mit Hessechol angereichert. Auch Blitzform kommt zum Einsatz, allerdings über das Futter. Die Jungtauben wurden mit dem Mittel RP geimpft, allerdings nur einmal.
Wie verlief für Dich die Saison 2022?
Für mich und meinen Tauben war das Reisejahr 2022 ein sehr erfolgreiches. Ich konnte auf den Alt- und den Jungflügen gleichermaßen wieder sehr viele Spitzenplatzierungen auf den einzelnen Preisflügen erringen. Darüber hinaus habe ich so gut wie keine Tauben verloren. Besonders erwähnen möchte ich die „IF-21-0029441W“, sie erzielt bei vierzehn Preisflügen auch genauso viele Preise und das mit über 860 As-Punkten.
Was hast du gegenüber der letzten Saison geändert?
In diesem Jahr haben alle meine Reisetauben vor der Saison ein Junges großgezogen. Dafür habe ich sie ca. Ende März angepaart. Nachdem die Jungen ungefähr 15 Tage alt waren, wurden die Eltern getrennt und die Jungen mit der Umlaufmethode von ihren Eltern gefüttert. Am 10. Mai habe ich dann alles abgeräumt und meine Reisetauben waren auf Witwerschaft. In der nächsten Saison werde ich allerdings wieder zu meinem alten System zurückkehren und keine Jungen aus meinen Reisetauben züchten.
Wie sah Dein privates Training in dieser Saison aus?
Ich habe meine Alt- und Jungtauben vor den ersten Vorflügen der RV ungefähr vier Mal bis auf 20 km weggebracht. Danach habe ich an den Vorflügen teilgenommen und nicht mehr selbst trainiert.
Welches Produkt von Röhnfried ist Dir am wichtigsten?
Hier muss ich genau wie in den letzten Jahren Hessechol nennen. Hessechol setze ich das gesamte Jahr über regelmäßig ein. Während der Reisesaison bekommen es meine Tauben mindestens drei Mal in der Woche über das Futter. In Kombination mit Carni-Speed werden die Flugfreude und der Formanstieg sofort sichtbar.
In der Mauser setze ich besonders gerne Gerwit-W ein. Hiervon bekommen meine Tauben ein seidenweiches Gefieder und der Vitaminbedarf in der Mauser wird komplett abgedeckt.
Waren in diesem Jahr die Vögel oder die Weibchen stärker?
In diesem Jahr konnte ich keine großen Unterschiede feststellen. Ich hatte sieben Vögel und sechs Weibchen, die zweistellig geflogen haben. Auch die zehn ersten Konkurse haben sie sich geteilt. Hervorheben möchte ich noch die „IF.21 0029424W“. Sie fliegt elf Preise mit 859,79 As-Punkten und erzielt einen Regionalsieg gegen 6879 Tauben. Auch die schon erwähnte „441“ hat sich in den Bestenlisten hervorragend platziert. Sie wird siebtbestes Weibchen im Regionalverband und bestes Weibchen in der Regionalgruppe. Den Titel errang sie als einziges Weibchen mit zehn Preisen von zehn Flügen.
Als „emsiger Stratege“ wurde Kurt 2018 vorgestellt. „Morgens richten sich die Tauben nach meinem Rhythmus. Ich mache mich da nicht mehr verrückt.“ sagt der Spitzenzüchter aus Übach-Palenberg heute über sein Zeitmanagement auf dem Taubenschlag. Im großen Regionalverband 411 Grenzland-West sind Kurt und sein Team schon seit Jahren eine feste Größe, die es zu schlagen gilt, wenn man ganz oben mitspielen möchte. In der RV dominiert Kurt die Meisterschaften und belegt nahezu alle möglichen ersten Platzierungen. Auch in den Meisterschaften der Fluggruppe steht zumeist Kurt Artz an erster Stelle: So sammelte er 2020 insgesamt fünf Titel gegen fast 100 Züchter und stets zwischen 1500 und 2500 gesetzten Tauben in der großen Konkurrenz pro Flug.
Bei all den Titeln, die seine etwa 65 Reisetauben starke Mannschaft in der vergangenen Saison sammeln konnte, sticht wohl eine Taube besonders hervor: die 1013-18-677. Dieses blaue Weibchen wird nicht nur 1. AS-Weibchen im Regionalverband, sie belegt überdies mit ihren 6 Preisen und 567,12 AS-Punkten den 6. Platz auf Bundesebene. Ihre Überlegenheit im Regionalverband wird deutlich, wenn man berücksichtigt, dass sie über 40 Punkte Vorsprung vor der Zweitplatzierten erflog – Wahnsinn! Mutter der 677 ist die 1013-13-11, die ihrerseits ein überragendes Reiseweibchen war und dessen Vater, der 07-867 in 2009 69. AS-Vogel auf Bundesebene wurde. Der Vater der 677 ist der 1013-10-216, ein Sohn des Stammpaares „1078 X 1050“. Man sieht also mal wieder: „Zucht ist kein Zufall“. Zwei weitere Belege für die Vererbungsstärke des Stammpaares von Kurt sind übrigens die Leistungen des besten Vogels und des 5. AS-Weibchens der RV: Der 1013-15-869 wird auch 5. bester Vogel der TG und stammt direkt aus dem Stammpaar. Die 1013-16-1176 w ist eine Enkelin des „Stammpaares“.
Kurt setzt für den Eigenbedarf 60 bis 70 Jungtauben ab. Die erste Runde wird „klassisch“ gezogen: die 30 Zuchtpaare ziehen ihre Jungen groß. Für die zweite Runde verpaart Kurt die 16 besten Reiseweibchen mit jeweils einem passenden Zuchtvogel. Beim Absetzen erfolgt bereits die erste Selektion. „Ich setze nur vitale Junge ab. Sobald mir eine Taube im Jungschlag negativ auffällt oder kränkelt, reagiere ich sofort.“ Fragt man Kurt nach seinen besten Zuchttauben, fällt auf, dass enorm viele Tauben das Blut seines „goldenen Zuchtpaars 1078 X 1050“ in sich führen.
Im Zuchtschlag von Kurt befinden sich vielen Tauben, die sich zuvor in der Reise gut gezeigt haben. „Primär achte ich auf die Leistung, bevor ich eine Taube in den Zuchtschlag aufnehme. Wenn sich eine Jährige sehr gut zeigt, dann nehme ich auch schon mal diese in die Zucht. Ich achte auch sehr auf die Augen. Die Augen müssen mir gefallen: klarer Wertring, schön kräftige Farbe. Da muss Leben im Auge der Tauben zu sehen sein. Natürlich muss mir die Taube auch in der Hand gut gefallen.“
Kurts Zucht-, Alttier-, und Jungtierreisemannschaft sind mit jeweils etwa 65 Tauben gleich stark besetzt. Wie setzt sich nun die Reisemannschaft zusammen? „Die besten 50% der Jungtauben werden in die Reisemannschaft der Alten übernommen. Dafür weichen die schlechtesten 50% der Alttiermannschaft.“ Selektiert wird dabei fast ausschließlich nach Liste. So ist ein stets hohes Leistungsniveau nahezu gewährleistet.
Die Zuchttauben bekommen übrigens das ganze Jahr über Avidress und Usne Gano an 4 – 7 Tagen pro Woche ins Wasser. Einmal pro Woche bekommen sie Blitzform, ebenfalls ganzjährig. Zur Unterstützung während der Mauser gibt Kurt all seinen Tauben regelmäßig Hexenbier und Hessechol übers Wasser. Während der Aufzucht der Jungen bekommen die Tauben OptiBreed zur optimalen Versorgung der wachsenden Hoffnungsträger über das Futter, abgelöscht mit dem Kräuter-Gemüse-Mix.
Zur Rückkehr vom Preisflug gibt es Elektrolyt 3 Plus und Bt-Amin-Forte über die Tränke. Unter den Power Mix von Mifuma mischt Kurt Immunbooster und Hessechol, wenn die Tauben nach Hause kommen. Ab Sonntag gibt es für 6 Tage pro Woche während der Reisesaison „Kurts Lecker Schüssel“. Dieser Mix besteht aus Erdnüssen, geschälten Sonnenblumen, Hanf, Käse und Hessechol. Kurt verfüttert 8 Esslöffel davon an 12 Tauben. In der Wochenmitte bekommen die Reisetauben noch RO 200 Ready und Blitzform. Mehr „Schnickschnack“ braucht es nicht, wenn die Tauben denn gesund und fit sind.
Alle Alttiere werden im Februar/März gegen PMV geimpft. Die Jungen bekommen diese Impfung gegen PMV, wenn sie etwa 5 Wochen alt sind, eine Woche später folgt eine weitere Impfung gegen Pocken.
„Hinten stechen die Bienen“, so haben wir Kurt bereits im Courier 2019 zitiert. Um die Form seiner Reiseasse auf den letzten Flügen der Saison möglichst hoch zu halten, hat sich Kurt folgende Methode ausgeklügelt: Zunächst sei zu konstatieren, dass während der Reise die Zuchtvögel an die Reiseweibchen und die Zuchtweibchen an die Reisevögel gepaart sind. Das hat den Vorteil, dass ein Partner immer als Motivator Zuhause bleibt. Nach dem ersten Preisflug gibt es nur noch Training am Haus (morgens und abends jeweils eine Stunde). Die Partner sehen sich nur samstags nach der Rückkehr vom Flug für etwa eine Stunde, danach werden sie wieder getrennt. Das alles mag noch niemanden überraschen oder gar zum Staunen bringen.
Nun kommt der Clou am „Artz-Code“: Nach dem ersten Vorflug bleiben die Partner zusammen (Zuchtvögel an Reiseweibchen, Zuchtweibchen an Reisevögel). Dabei ist es nicht unüblich, dass sich einige Paare völlig neu finden. Kurt setzt in dem Fall gerne auf die „Liebesverpaarung“, da aus diesen Paaren keine Jungen gezogen werden. Bis zum ersten Preisflug werden die Tauben nun auf Hacke (Treiben) gehalten. Dass die Reisetauben schlechter trainieren und zu dieser Zeit keine Höchstform haben können, ist von Kurt provoziert und gewollt. Sie fliegen ja trotzdem erste Konkurse am laufenden Band. Die Weibchen legen zwischen dem ersten und zweiten Preisflug die Eier. Am Donnerstag vor dem dritten Preisflug werden die Eier der Zuchtweibchen weggenommen. Die Reisevögel scheinen dadurch bereits einen ersten Leistungsschub zu erfahren, da sie sich noch mehr auf ihre Weibchen „freuen“. Nach dem dritten Preisflug werden auch die Eier der Reiseweibchen/ Zuchtvögel weggenommen. So beginnt die „Witwerschaft“ für die Artz-Tauben erst so richtig nach dem 3. Preisflug.
Mit Kurt Artz haben wir ein Mitglied des Röhnfried Racing Teams in unseren Reihen, das insbesondere durch seine Erfolge auf Flügen ab 400 km und die seiner Einzeltiere auf sich aufmerksam macht. Kurt hält die Form seiner Mannschaft im Frühjahr bewusst zurück, um auf den Wertungsflügen für die Verbandsmeisterschaft eine Höchstform zu haben. Und das hat sich offenbar erneut bezahlt gemacht:
Darüber hinaus gewann unser emsiger Stratege die interne RV-Meisterschaft, die RV-Jährigen- und Jungtiermeisterschaft, Bronzemedaillen der Alt- und Jungtierreise und die Sportuhr.
In der Transportgemeinschaft gegen über 60 Züchtern wurde er 1. TG-Meister, 1. Meister „gemischte MS“, 1. Weibchenmeister, belegt die Ränge 1 bis 6, 8 und 9 der besten Vögel und nennt das 1., 2., 4. und 5. beste Weibchen seine eigenen! In der Konkurrenz auf Regionalverbandsebene gegen mehr als 600 Züchter erreichte Kurt, wie bereits erwähnt, Platz 1 der VB-Jährigenmeisterschaft. Er wurde 1. Regionalmeister, 2. Jährigen-Regionalmeister und 2. Regional-Weibchenmeister. Darüber hinaus errang die etwa 60 Witwer starke Mannschaft von Kurt 10 Mal den ersten Konkurs. Davon 8 in der TG und 2 in der Regionalliste! Reiseleistungen zwischen 70 und 90 % sind für unseren besonnenen Sportfreund dabei schon fast an der Tagesordnung. Es wurden 13 Flüge durchgeführt. Der 600 km Flug kam wetterbedingt nicht zustande. Dabei konnten drei Tauben 13/13 Preise fliegen.

Die Erfolge der letzten Jahre gaben Kurt keinerlei Anlass, irgendetwas an seinem Schlagmanagement zu verändern. Das System der letzten Jahre wurde also 1:1 weiter gespielt; erneut mit mächtigem Erfolg! Allein die drei punktbesten Jährigen kommen insgesamt auf 36 Preise mit über 3.180 AS-Punkten.
Die 1.000-AS-Punkte-Marke stellt für die meisten Tauben eine kaum erreichbare Schallmauer dar. Wenn ein As einmal die Hürde meistert und mehr als 1.000 As-Punkte in einer Saison fliegt, dann bleibt sie noch viele Jahre in den Köpfen des Züchters. Nun blitzen in den Leistungsnachweisen dreier Jähriger Tauben, mit 12 Preisen aus 13 Flügen, die AS-Punktzahlen von 1.097, 1.043 und 1.039 für die Saison 2018 auf. Es handelt sich dabei um die beiden Weibchen 1013-17-1101W, 1013-17-1175W und den Vogel 1013-17-1186V. Dass dieses Trio Blut des „Goldenen Paares“ von Kurt führen muss, wird jedem Leser früherer Ausgaben des Röhnfried Couriers klar sein. So stammt die blaue 17-1101 aus dem 561, einem Sohn aus dem „Goldenen Paar“, dem Traumpaar 6667-08-1078 X 6667-08-1050W. Mutter ist die 617, ihrerseits eine sehr gute Leistungs- sowie Zuchttaube. Der Titel „bestes jähriges Weibchen 2018“ geht an diese klasse Täubin. Die 17-1175 ist eine Halbschwester väterlicherseits zur 17-1101. Die 66 eine Vollschwester zur bereits im Courier 2018 vorgestellten 11, die auf die alte Klamper-Linie zurück geht, ihres Zeichens eine Top Reisetaube war und seit 2017 den Zuchtschlag bereichert. In der Wertung der besten Jährigen Weibchen der RV wird die 17-1175 Vierte. Beim 17-1186 finden wir ebenfalls die Blutführung des „Goldenen Paares“ in der Großelterngeneration wieder. So ist die Mutter des 17-1186 die 49. Die 49 ist wiederum eine Schwester zur 11. Der 17-1186 krönt seine überragende Saisonleistung mit dem Titel: „AS-Vogel des Regionalverbandes 411 nach Verbandsbedingungen“.

Die Saison beginnt auf dem Schlag Artz bereits am 29. November. Zu diesem Zeitpunkt werden die 32 Zuchttauben verpaart. „Zu dieser Zeit brauche ich Avidress Plus und UsneGano“, so Kurt Artz. Avidress Plus enthält kurzkettige Säuren, die den pH-Wert des Trinkwassers in dem Maß absenken, dass das Infektionsrisiko gesenkt wird. Außerdem enthält es Mineralien, Spurenelemente und Kräuterextrakte. „Auf diese Weise“, so ist sich Kurt sicher, „laufe ich nicht Gefahr, dass die Zuchttauben sich neben der Verpaarung mit irgendwelchen gesundheitlichen Belastungen auseinandersetzen müssen.“ Das UsneGano, welches ungefähr bis zum Schlupf der ersten Jungen gegeben wird, sorgt für Vitalität bei den Zuchttauben. UsneGano besteht aus der Tinktur der Bartflechte Usnea barbata und Oregano mit den natürlichen Bestandteilen Usninsäure, Carvacrol und Thymol. Die Bedeutung dieser einzigartigen Kombination der Inhaltsstoffe ist aus der Literatur bekannt. Die mit UsneGano versorgten Tauben haben kurz nach der Fütterung festen Kot und strahlend weiße Nasen. Nach dem Schlupf der Jungen bekommen die Zuchttauben, zur Unterstützung der gesunden Entwicklung der Küken, den Multi-Vitaminkomplex Gervit-W. Gervit-W kann im Trinkwasser oder mit dem Körnerfutter verfüttert werden, um während der Zucht, der Reisezeit, der Mauser, der Ausstellungszeit und der ungünstigen Jahreszeiten einen fütterungsbedingten Vitaminmangel (nur Körnerfütterung) auszugleichen. Ebenso ist eine Zufütterung von Gervit-W zu empfehlen, um den erhöhten Vitaminbedarf nach Belastungen zu decken und den Stoffwechsel zu fördern. In Gervit-W sind unter anderem folgende Vitamine enthalten: Vitamin C, L-Carnitin, Vitamin K3, Niacinamid, Vitamin B1, Vitamin B2, Vitamin B6, Vitamin B12, Vitamin A, Vitamin D, Vitamin D3 und Vitamin E.
Sowie bei den Jungen Anzeichen der Jungtierkrankheit (JTK) wahrgenommen werden, wird das Futter mit Avitestin angefeuchtet. Hinzu kommen die Produkte Jungtierpulver und Immunbooster. Avitestin ist eine Mischung aus Buttersäure und kurz-, sowie mittelkettigen Fettsäuren. Es reduziert den pH-Wert im Trinkwasser und auf diese Weise das Infektionsrisiko. Die hochwertigen mittelkettigen Fettsäuren unterstützen die Darmgesundheit, indem das Wachstum der körpereigenen Probiotika gefördert wird. Die enthaltene Buttersäure ist im Darm aktiv, stärkt das Wachstum der Darmzotten und führt somit zu einer höheren Immunabwehr. Außerdem halten die Säuren das Trinkwasser länger frisch und fördern den Stoffwechsel der Tauben. Immunbooster fördert die Aufmerksamkeit und Reaktionsgeschwindigkeit des Immunsystems und somit die Gesundheit der Tauben von innen. Wir verwenden im Immunbooster funktionelle Spurenelemente, wie Kupfer und Zink, die extrem gut für die Tauben verfügbar sind und runden die Rezeptur dieser Innovation mit einem zugelassenen Mykotoxin (Pilzgift)-binder ab. Wie im Jungtierpulver sind auch im Immunbooster prebiotische Bestandteile, Alliin, eine Vorstufe des Allicins, und Kolostrum enthalten, um die Tauben in Stressphasen zu unterstützen. Jungtierpulver zeichnet sich durch einen hohen Proteingehalt und eine neuartige Kombination zur Aktivierung des passiven und aktiven Immunsystems in Verbindung mit einem erprobten Darmschutzkonzept aus. Besonders empfohlen für Jungtauben und Brieftauben zum Boosten der Topform und Widerstandskraft in Belastungsphasen wie Reise, Mauser und Zucht sowie zur Unterstützung von Behandlungsmaßnahmen. Unser Sportfreund reagiert auf die JTK also nicht mit der „Medikamentenkeule“, sondern stärkt den geschwächten Organismus der Jungen von innen und unterstützt in erster Linie das Verdauungssystem. Kurt Artz: „Ich hatte dieses Jahr über zwei Tage Anzeichen von Erbrechen und dünnem Kot. Da ich sofort reagiert habe, brach die Krankheit nicht weiter aus und ich konnte mit dem Training am dritten Tag normal weitermachen.“ Leckerstein, Taubenfreund Grit sowie Topfit Spezial-Futterkalk sollte den Tauben ständig auf dem Schlag zur freien Verfügung stehen um einen optimalen Mineralhaushalt zu gewährleisten.
Das von Kurt gesteckte Ziel „… einmal möchte ich unter die zehn besten Schläge Deutschlands kommen…“, konnte in der vergangenen Saison noch nicht erreicht werden. Die RV führte keinen 600km-Flug durch und somit wurden die Bedingungen nicht erfüllt. Wir drücken unserem emsigen Sportfreund zur Erfüllung dieses Traums die Daumen und sind gespannt, wie das im nächsten Jahr zweijährige Dreiergespann der Vettern aus dem „Goldenen Paar“ und der 11 dazu beitragen wird.
Das ist sicher ein sehr ungewöhnlicher Titel, aber wegen des Angelns kam Leo Heremans in Kontakt mit dem Taubensport. Er war früher Angler und er brauchte „Taubenmist“, weil das ein begehrtes Futter im Angelsport ist. Daher hielt er seine ersten Tauben wegen ihres Mists für das Angeln … Um es kurz zu machen: Seit vielen Jahren schon hat Leo Atemprobleme und muss nun aufhören. Vor ein paar Monaten schrumpfte seine Lungenkapazität auf 10 % und das lässt sich nun mal nicht schönreden. Seit einigen Monaten schon geht er nicht mehr in die Schläge, er kann nicht einmal mehr seine Tauben in die Hand nehmen. Er ist komplett von seinen Unterstützern abhängig, die jeden Tag zum Putzen kommen, die Tauben trainieren und alles Nötige tun. Natürlich werden sie dabei von Leo angeleitet, aber wenn man nicht selbst in den Schlag kommen kann, die Tauben in die Hand nehmen, sehen, was los ist im Schlag … Welchen Sinn hat das Ganze dann noch? Also entschied er, KOMPLETT aufzuhören. Er weiß nicht, wer die Auktion organisieren wird. Vielleicht kommt auch jemand und übernimmt die komplette Kolonie? Bis jetzt wurde noch nichts Konkretes veranlasst, aber klar ist, dass er aufhört. In Zukunft wird er also vielleicht wieder mit dem Angeln anfangen. Natürlich wird er mit dem Taubensport Kontakt halten, weil er doch viele Freunde unter den Züchtern hat.
Leo Heremans … hat fast alles gewonnen, was man gewinnen kann. In der vergangenen Saison 2016 wurde er 3. National Champion KBDB Jungtauben auf Nationalflügen mit 1. und 2. Benannten. Er war auch unter den Champions, sogar nach 2 Totalauktionen: eine unter dem Namen Heremans-Ceusters. Sie haben alles im Taubensport gewonnen bis zur kleinen Mittelstrecke, Nationale As-Tauben und Olympische Spitzentauben.
„Gute Tauben“ – „gesunde Tauben“ und … alles Nötige tun.
Es fällt auf, dass Leo Heremans viele Schläge hat, viele Jungtauben züchtet und nach ein paar Wochen aber nur mit einer Handvoll Tauben reist.
Als Züchter selektiert er sehr schnell und er will seine Zeit nur Tauben schenken, die Spitzenergebnisse bringen.
Leo hat immer nach den besten Tauben gesucht. Er hatte immer alle öffentlichen Auktionen besucht, er kaufte viele Tauben und investierte viel Geld. Wenn er eine Spitzentaube haben wollte, hat er sie meist auch gekriegt. Es ist wichtig, nur mit den Besten zu züchten und sie zu testen! Aber auch strenge Auslese: Das gehört alles dazu und ist möglicherweise der beste Weg zum Erfolg!
Dank Produkten wie Avidress Plus können hier ebenfalls hilfreich sein. Als er dieses Spitzenprodukt erstmals verwendete, erkannte er dessen Qualität, weil man sofort sieht, dass die Tauben viel leichter bei guter Gesundheit bleiben. Guter Kot, kaum Probleme mit den Verdauungsorganen.
Eine Ausnahmezuchttaube war die „Olympiade“ 6455003-01 (Olympische Taube Liévin 2003 und 2. Nationale-As Kurzstrecke KBDB 2002) von Gust Jansen. Bis heute ist sein Blut in allen Spitzentauben zu finden. Nicht zu vergessen die enorme Nachzucht aus dieser Weltzuchttaube: der 6455003-01, „Olympiade 003“ – Olympischer Vogel Kurzstrecke 2002 – 2. National-As Kurzstrecke Altauben KBDB 2001.
Leo Heremans hatte immer mehrere Schläge, auf die er seine Tauben aufteilte – je nach Flug, an dem sie teilnehmen sollten. Quiévrain mit den Alttauben, den Jährigen und den Jungtauben, sowohl mit Vögeln als auch mit Weibchen. Daneben auch Noyon mit den Vögeln, Weibchen, alten, jungen und jährigen Tauben. Plus eine kleine Gruppe für die kleinen und schweren Mittelstrecken. Trotzdem waren ihm die Reisen von Quiévrain und Noyon immer am liebsten. Die Kurzstrecke, die Flüge, auf die noch Geld gesetzt wird und wo die meisten Züchter aus Antwerpen mitmachen. Manchmal bis zu 3 Mal Quiévrain pro Woche. Das sind die schnellen und guten Tauben, die sich gern motivieren lassen und wie der Blitz ankommen! Zur Unterstützung erhalten sie regelmäßig über das Futter Gervit-W, ein super Produkt genau wie Ro200 mit Öl. Sie müssen immer gut hören, sich schnell erholen und schön rosa und rund wie ein Ball werden. Alles wurde so pünktlich wie möglich erledigt, weil auf einer Reise wie Quiévrain jede Sekunde Gold wert ist.
Sie werden immer Bissen für Bissen gefüttert, aber ausreichend. Sie müssen erst alles aufessen, bevor sie einen Nachschlag bekommen. Wenn sie Futter übrig lassen, nimmt er es sofort weg, niemals bleibt das Futter im Schlag. Am Ende der Woche etwas zusätzlichen Mais, viel frische Mineralien (Expert-Mineral) und Rotstein, das ist gut für eine gesunde Verdauung und gesunde Tauben. Die Mineralien werden täglich aufgefrischt!
Leo Heremans hatte immer eine Leidenschaft für dieses Spiel. Diese Vögel werden schon in jungem Alter ausgewählt. Bereits nach den ersten Trainingsflügen kommen sie mit einem alten Weibchen zusammen, wenn sie heimkehren. Dieses Weibchen wartet in seiner Box schon auf den Partner. Nach ein paar Wochen wissen die jungen Vögel, was sie kriegen, wenn sie heimkommen. Das sind meist die schnellsten Tauben und Gewinner auf der Kurzstrecke!
Wegen seiner Gesundheit wird es KEIN ZURÜCK geben. Wenn er Stufen hinaufsteigen muss, bemerkt man seine Atemprobleme sofort. Wir hoffen, dass er noch lange seine Freundschaften im Taubensport genießen kann, und wünschen ihm viel Freude am Angelsport.
„Ja, das war wohl nach 2009 meine beste Saison“, resümiert Kurt Artz das abgelaufene Reisejahr. Und tatsächlich: 28 „Zweistellige“ nach dem letzten Flug kann sicherlich nicht jeder vorweisen. Dabei brachte unser Sportfreund keine dreistellige Taubenzahl an den Start. Lediglich 70 Tiere wurden auf den 1. Preisflug gesetzt. Das bedeutet, dass ca. 40 Prozent der Mannschaft 10 und mehr Listenplatzierungen aufweisen können. Fünf von ihnen flogen 14/13 Preise, weitere sieben waren 12 Mal erfolgreich.
Gespielt wird mit Tieren beiderlei Geschlechts, wobei der jeweilige Partner im Haus verbleibt. Die Zuchtvögel werden dazu an die Reiseweibchen gepaart, die Reisevögel erhalten die Zuchtweibchen. Die Weibchenunterkunft ist in der rechten Hälfte des Jungtierschlages untergebracht, misst 2 x 2 m und beinhaltet 16 Zellen. Das Abteil der Witwer verfügt über 36 Nester. „Zur Reisetruppe kamen einige überzählige jährige Weibchen ohne Partner, aber das brachte nichts und so habe ich den Versuch schnell wieder beendet.“
Nun muss man die Züchterleistungen immer in Relation zu der Konkurrenz setzen. In der RV Wurmtal-Palenberg warfen 21 Sportfreunde ihren Hut in den Ring. In der Transportgemeinschaft, die drei RVen umfasst, brachten 67 Sportfreunde 2014 Tiere auf den 1. Preisflug. Und im RegV 411 Grenzland-West wetteifern 13 RVen mit 601 Mitgliedern miteinander. In der RV und in der TG konnten alle wesentlichen Meisterschaften errungen werden, die Platzierungen im RegV lauten 3. RegV-Meister, 7. RegV-Jährigen-Meister und 2. RegV-Weibchen-Meister. Ein Blick auf den Reiseplan macht die Leistung der Tauben deutlich: Fünf Flüge über 400 km, zwei Flüge mit mehr als 500 km und der obligatorische 600er ermöglichen es den Tieren, über 5.000 Preiskilometer herauszufliegen.
Während die Reisevögel unseres Sportfreundes in den vergangenen zwei Jahren vor Saisonbeginn ein Gelege hochbrachten, wurde in der verflossenen Saison auf Anraten von Dr. Peeters und Alfred Berger davon Abstand genommen, um eine Überforderung zu vermeiden. Nach dem 1. RV-Vorflug am 08. April wurden die Vögel verpaart und nach sieben Tagen wieder getrennt. Zwei Tage vor dem 1. Preisflug erfolgte die erneute Verpaarung. Dieses Mal durften die Weibchen legen und erst zum 3. Preisflug wurde auf Witwerschaft umgestellt. Die Reiseweibchen wurden Anfang April verpaart und zogen ein Gelege auf. Bis zum 3. Preisflug hatten sie noch ihre Jungen im Nest liegen, erst danach wurde abgeräumt. Dennoch lautete das Ergebnis der ersten drei Preistouren 68/40, 65/37 und 63/36. Weil die Weibchen zunächst am Haus nicht ausreichend trainierten, wurden sie zu Beginn der Reise mittwochs aus 20 km privat aufgelassen. Diese Praxis wurde nach dem 3. Preisflug beendet. Vor dem Einsetzen werden die Partner nicht zusammen gelassen, nach dem Flug i.d.R. nach einer Stunde getrennt. Eigentlich wird nach Beendigung der Reise nicht mehr gezogen. Dieses Mal gibt es zahlreiche Anfragen, sodass von den besten Fliegern Nachzucht mittels Ammenpaare gezüchtet wird.
Für den Eigenbedarf werden ungefähr 75 Junge aufgezogen, die in einem 2 x 2 m großen Schlag untergebracht sind. Sie werden bis nach dem 21. Juni verdunkelt. Das hindert sie nicht daran, einmal täglich und ab August zweimal täglich ausgiebig am Haus zu trainieren. Dabei gibt es durch die Hochspannungsleitung immer wieder Verluste. Bis zum Reisebeginn werden die Youngster einmal pro Woche auf 20 km weggebracht. Auf der Jungtierreise kann der Nachwuchs überzeugen, was sich in den Meisterschaftsplatzierungen niederschlägt. Motiviert wird die junge Garde durch die Schiebetürenmethode, wobei sich die Tiere erst nach dem Flug vergnügen dürfen.
Die Stars der vorigen Jahre, die „11“ und „49“, haben ihre Laufbahn beendet und sollen ihre Gene im Zuchtschlag weitergeben. Ihre Nachfolger stehen ihnen in nichts nach. Der 1013-15-501 wurde mit 14/13 Preisen, 940 AP und 5.380 Pkm 2. Bester Vogel der RV und 7. Bester Vogel auf RegV-Ebene. Der 1013-14-292 brachte es auf 14/13 Preisen, 912 AP und 5.114 Pkm. Er wurde 4. Bester Vogel der RV. Ebenfalls 13 Preise bei 14 Einsätzen flog die 1013-16-68. Damit holte sie 5.114 Pkm und 994 AP. Bereits als Jungtier erzielte sie 6/6 Preise und wurde 2. Beste Jungtaube der RV. Kaum schwächer war die 1013-16-21 mit 14/13 Preisen, 731 AP und 5.114 Pkm. Als Jungtier flog sie 6/6 Preise und wurde bestes Jungtier der RV. Erwähnt werden muss die 1013-13-10, die am Ende des letzten Jahres 29/27 Preise auf ihrem Konto hatte und diesem weitere 14/12 Preise und 1.016 AP hinzufügen konnte. Damit wurde sie 3. Bestes Weibchen im RegV. Nicht unterschlagen werden sollen die beiden Brüder 1013-15-868 und 869. Beide tragen alte Ringe und sind Herbstjunge des Jahrgangs 16. Das hinderte sie nicht daran, kräftig abzuräumen. Der „869“ flog 14/9 Preise, der „868“ sogar 13/11 Preise. Zuletzt soll der 1013-16-27 genannt werden, der 14/13 Preise, 847 AP und 5.161 Pkm als Arbeitsnachweis vorweisen kann.
Bereits 1982 wurden Tiere der Abstammung Van Boxtel erworben. Ein Tier daraus flog als Jähriger mit 45 Minuten Vorsprung den 1. Konkurs von Angouleme (750 km), nachdem er zuvor schon zweimal mit einem 2. Konkurs glänzen konnte. Das Blut dieses Vogels finden wir noch heute in einer Vielzahl der Artz-Tauben. 2002 wurden Eier von Wouters-Coremans und Eier aus der Klamper-Linie von Louis Adriaenssen eingeführt. Einige Jahre später wurde man bei den Sportfreunden nochmals vorstellig. Die Nachzucht dieser Tiere, gekreuzt mit der alten Linie, aber auch miteinander, entpuppte sich als „Knaller“. Heute finden wir zwei Stammpaare. Stammpaar 1 bilden der 8885-05-625 und die 8885-05-626, die unter anderem den 6667-07-867 brachten, seines Zeichens Vater der „11“, „66“ und „49“ (2016: 13/12 Preise). Stammpaar 2 ist der 6667-08-1078 mit seiner gleichaltrigen Täubin „1050“. Dieses Paar brachte u.a. die o.a. „10“, die „13-18“ (2017: 12 Preise) und den o.a. „501“. Der Apfel fällt in diesem Fall nicht weit vom Stamm, denn der „1078“ wurde einst regional-bester Vogel mit 13 Preisen und 1.104 AP. Heute bevölkern 16 Paare den Zuchtschlag, überwiegend erprobte Leistungstiere. Jedoch auch einige Spätjunge aus den besten Reisetieren haben hier ihr Domizil.
Bekanntlich kommt die Gesundheit aus dem Darm. Nur wenn dieser die Futterstoffe einwandfrei verarbeiten kann, ist und bleibt der Körper leistungsfähig. Aus diesem Grund legt Sportfreund Artz viel Wert auf eine gesunde Darmflora. Bis zum 3. Vorflug setzt er daher dreimal pro Woche das Jungtierpulver zusammen mit Entrobac ein und feuchtet es mit Hexenbier an. Während der Reise werden darüber hinaus neben Blitzform Anfang der Woche Rotosal und Mumm in der ersten Tränke gereicht, um eventuelle Pilzinfektionen zu bekämpfen. Erstmals 2017 kam zwei- bis dreimal pro Woche die Kräuterhefe zum Einsatz. Carni-Speed wird zum Wochenende dreimal über das Futter gereicht. Dazu wird eine „Leckermischung“, bestehend aus Käse, Sonnenblumenkernen, Hanf und Nüssen angemischt und das Carni-Speed mit RO 200 Ready abgetrocknet. Von dieser Mischung erhalten 10 Tauben 6 Esslöffel. Beim Futter vertraut Kurt Artz den Erzeugnissen der Fa. Mifuma. Gefüttert wird eine Mischung aus Power-Mix und Fitness, wobei zum Ende der Woche fünf Mahlzeiten ausschließlich Power-Mix in die Rinne kommen. Fütterung mit Maß, aber immer satt, lautet die Devise. Um gesundheitlich nichts anbrennen zu lassen, werden die Tiere mehrfach im Jahr dem Tierarzt Dr. Peeters vorgestellt, den man jederzeit, auch sonntags, konsultieren darf.
Auch wenn Kurt Artz seit unzähligen Jahren zu den Spitzenschlägen seiner RV und in der TG gehört, hat er noch ein Ziel: „Einmal möchte ich unter die zehn besten Schläge Deutschlands kommen.“ Die Fähigkeit zu den notwendigen Spitzenpreisen haben seine Tauben, nun muss unser Sportfreund nur noch Glück beim Vorbenennen haben.
Zwischen den Flüsschen Wurm und Übach in der Saarstraße befindet sich die Heimat der Artz-Tauben. Die beschauliche knapp 25.000-Einwohner-Gemeinde Übach-Palenberg liegt ganz im Westen der Republik. Von dort aus muss sich die Mannschaft von Kurt Artz in südwestlicher Flugrichtung beweisen. Auf Regionalverbandsebene werden 7.000 bis 8.000 Tauben von ca. 350 Züchtern gespielt, Kurt Artz selbst setzt zwischen 40 und 50 Reisetauben. Blickt man auf die erfolgreichsten Flüge der vergangenen Jahre, fällt auf, dass er seine Tauben auf die eher längeren Distanzen ab 430 km hervorragend vorbereitet. Woran das liegt und wie er das anstellt, möchte ich versuchen zu erörtern.
„Hinten stechen die Bienen.“ Ein einfaches Sprichwort, das im Hause Artz zum Leitspruch für eine erfolgreiche Saison steht. Einer möglichen Frühform wird gezielt aus dem Weg gegangen, indem die Reisetauben erst spät im Frühjahr verpaart werden und somit möglichst lange damit beschäftigt sind, ihre Jungen aufzuziehen. „Die ersten drei Flüge sind mir nicht so wichtig, die letzten dafür umso mehr.“
Wie „in fast jedem Jahr“, so beklagt Kurt Artz, „hatten wir es wieder mit vielen Greifvogelattacken und extrem wetterbedingten Flugverschiebungen“ zu tun. Dennoch kann er auf eine durchaus erfolgreiche Saison zurückblicken: Sieben Erste Konkurse bei Jung- und Alttierreise, 2. Regionalverbandsjungtiermeister, 4. Regionalverbandsjährigenmeister, auf RV-Ebene in den Meisterschaften kaum zu schlagen.
Bereits im Röhnfried Courier 2016 war zu lesen, dass Kurt beim Taubenschlag viel Wert auf eine hervorragende Belüftung verbunden mit einem trockenen, möglichst konstanten Innenraumklima legt. Der Eigenbauschlag nach dem „Dosen-Prinzip“ ist zum großen Teil mit Holz verkleidet, das bindet die Luftfeuchtigkeit und verhindert im Winter eine zu starke Auskühlung. Im Sommer heizt sich der Schlag in der Regel nicht allzu sehr auf; so sollte es zumindest sein! Kurt, als stets fleißiger Tüftler, versetzte seinen Vogelschlag um wenige Meter „nach hinten“. Dadurch staute sich die Hitze im Sommer offenbar so sehr in diesem Schlag, dass die Flugleistung und -freude der Vögel deutlich sank. Die Weibchen hingegen flogen aus ihrem gewohnten und unveränderten Schlag überragend. Der Westfale zieht seine Schlüsse und sagt sich: „Der Versuch ging schief, ich versetze den Vogelschlag einfach wieder zurück nach vorne.“

Die „10“ und die „11“ sitzen „ganz vorne in der Lok“, führen die Mannschaft von Kurt quasi an. Beide stammen aus dem starken 2013er Jahrgang. Die 1013-13-11 wurde bereits im letzten Jahr vorgestellt. Vater dieser Ausnahmetaube ist der 6667-07-867 aus der Linie Louis Adriaenssen, mütterlicherseits geht sie auf den Stamm Wouters Coremans zurück. Dieses Weibchen fliegt bei 41 Einsätzen sage und schreibe 40 Preise! Dass es nicht nur Schwanzpreise sind, zeigt die Bilanz ihrer Überlegenheit innerhalb der RV-Konkurrenz: 3 x RV-Beste in vier Jahren! Zusätzlich bestes Weibchen im Regionalverband 411 im Jahr 2014!
Mit der 1013-13-10 hat Kurt ein weiteres Kämpferherz auf seinem Schlag. Sie fliegt bei 29 Touren 27 Preise. Die „10“ stammt aus der reinen Artz-Linie. Vater ist der 6667-08-1078, Mutter ist die 6667-08-1050. Zusammen bilden sie das „Goldene Paar“.
In den letzten drei Wochen vor dem ersten Preisflug werden die Tauben ein- bis zweimal pro Woche zum Training weggebracht. Zwischen den Preisflügen gibt es für die Mannschaft nur Training am Haus. „Das muss reichen“, sagt Kurt. Die Tiere sollen ihre „Körner lieber für die weiteren Preisflüge aufheben.“
Ab dem 1. März gibt es für die Reisetauben Carni-Speed, Hessechol und Avitonikum Aktiv als Zusätze über das Wasser bzw. Futter. Carni-Speed sorgt durch seinen Hauptbestandteil L-Carnitin für einen guten Fettstoffwechsel bei den Tauben. Dadurch wird einerseits ein eventuell entstandenes „Winterspeckpölsterchen“ zuverlässig abgebaut, andererseits kann der Organismus die ihm zur Verfügung gestellte Energie in Form von fetthaltigem, „schwerem“ Futter leichter in „Flugenergie“ verarbeiten. Darüber hinaus dienen das enthaltene Magnesium und Selen der Muskelfunktion. Deutlich erhöhte Flugfreude bei den Tauben ist der Effekt.
Außerdem wird jede Reisetaube drei Wochen vor dem ersten Preisflug direkt mit den Nasentropfen Rozitol behandelt. Diese Aktion führt Kurt etwa alle vier Wochen während der Reise durch. Dazu gibt er einen Tropfen in jedes Nasenloch der zu behandelnden Tauben. Zusätzlich kommt montags Rozitol in die Tränke – 30 Tropfen pro Liter Wasser. Die Wirkung ist schon kurz nach der Verabreichung sichtbar: Die Luftwege der Tauben werden entschleimt, es kommt zu freien Atemwegen, die Tauben können pro Atemzug mehr Luft in ihre Lungen aufnehmen, das Atmen fällt ihnen leichter, es kommt zu einer natürlich hervorgerufenen Leistungssteigerung! Vergleichen wir es pragmatisch mit uns selbst: „Mit einer freien Nase fällt auch uns das Joggen leichter.“
Während der Reise genießen die Artz-Athleten eine breite Palette an Produkten aus dem Haus Röhnfried. Neben Blitzform, Entrobac, Bt-Amin forte, Rotosal und Mumm kommt das Jungtierpulver zum Einsatz. Das Jungtierpulver unterstützt eine gesunde Darmflora und damit den Aufbau eines starken Immunsystems. Besonders nach Stress, wie schweren Preisflügen, Impfungen oder notwendigen Kuren, ist es wichtig, dass die Taube auf eine intakte Darmflora zurückgreifen kann. So wird gewährleistet, dass ein potentieller Formverlust zügig wieder zum Formaufbau umgekehrt wird.
Es wird nur ein Partner gespielt. Dabei paart Kurt die Zuchtweibchen an die Reisevögel und die Zuchtvögel an die Reiseweibchen. Hier lässt er das Prinzip „Liebesverpaarung“ walten, um eine möglichst enge Bindung der Partner untereinander zu erzielen.
Die Jungtauben werden vom 1. April bis 21. Juni verdunkelt. Ab dem 21. Juni genießt die Jungtruppe „Zusatzlicht“ nach der Lichtmethode. Kurt trennt seine ca. 60 Jungtauben nach Geschlechtern. „Füttern nach Maß, aber immer satt“, antwortet er, wenn man ihn nach seinem Fütterungsstil fragt. Er gibt über die gesamte Saison bei Jung- und Alttauben ausschließlich den Power Mix von Mifuma.
Das Training beginnt für die Jungen etwa 6 Wochen vor dem ersten Preisflug. Training zwischen den Flügen wurde in diesem Jahr getestet, indem die Mannschaft auf 90 km zu einem Gemeinschaftstraining mit dem Kabi geschickt wurde. Kurts kurzes Fazit: „Ich konnte darin keine Verbesserung erkennen.“ Welche „Verbesserung“ in der Reiseleistung hätte überhaupt noch erreicht werden können? – 42 seiner knapp 60 Jungathleten flogen 6/4, 6/5 oder gar 6/6 Preise.
Der traditionelle Taubensport, so wie er im Hause Artz gelebt wird, ist in unserer Gesellschaft immer rückläufiger. Eine „moderne“ Entwicklung sieht Kurt in den Tribünenflügen. Er selbst hat noch keine Tauben zu solchen Rennen angemeldet, steht dem aber nicht abgeneigt gegenüber. Vielleicht lesen wir ja in naher Zukunft den Namen „Kurt Artz“ auch in den Listen einiger One-Loft-Races, wir dürfen gespannt in diese Zukunft blicken.
Erfolge auf RV-Ebene:
2025
Auf RV-Ebene
In der Transportgemeinschaft (60 Züchter)
Im RegV 411
Insgesamt: 10 x 1. Konkurs.
Bundesebene
Regionalverband
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