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Die SG Ullrich blickt auf das Reisejahr 2025 zurück, welches von großen Herausforderungen geprägt war. Zahlreiche wetterbedingte Flugverschiebungen und unerwartet schwierige Flugverläufe führten dazu, dass die Saison nicht wie gewohnt durchgezogen werden konnte. Insgesamt wurden lediglich zehn Preisflüge in der Alttierreise absolviert – ein 500-km-Flug fand im gesamten Regionalverband nicht statt. Auch bei den Jungtauben war der Saisonverlauf stark beeinträchtigt: Eine Jungtierkrankheit verhinderte die Teilnahme am ersten Preisflug, und aufgrund hoher Verluste brach die RV die Jungreise schon nach dem zweiten Flug ab.
Trotz dieser schwierigen Rahmenbedingungen erreichte die SG Ullrich bemerkenswerte Erfolge: Zwei Top-10-Platzierungen auf Bundesebene sowie jeweils der 4. Platz in der internen Meisterschaft und der internen Jährigen-Meisterschaft im Regionalverband unterstreichen die hohe Qualität der Mannschaft.
Für 2026 sind keine grundlegenden Änderungen am System vorgesehen. Stattdessen liegt der Fokus auf einem optimierten Gesundheitsmanagement der Jungtauben. Um einer latent auftretenden Jungtierkrankheit besser vorzubeugen, sollen die früher bewährten „Kotzflüge“ wieder eingeführt werden. Dabei werden Jungtauben im Juni zwei Nächte gemeinsam mit Tieren anderer Schläge im Kabi gesetzt. Diese bewusste Konfrontation mit unterschiedlichen Keimen soll das Immunsystem stärken und einen potenziellen Ausbruch rechtzeitig vor der Reisesaison provozieren.
Die Versorgung der Tauben bleibt auf hohem Niveau:
In der Zucht setzt die SG Ullrich weiterhin auf Bt-Amin forte und UsneGano über das Wasser sowie auf OptiBreed und Topfit-Futterkalk über das Futter. Die Reisemannschaft wird mit Rotosal zur Regeneration nach dem Flug, mit RO 200 ready zur Vorbereitung und mit Entrobac und UsneGano für eine gesunde Verdauung unterstützt. Für OLR-Jungtauben kommen vor dem Versand Hexenbier und VitaloTop zum Einsatz. Blitzform bleibt einmal wöchentlich für alle Tauben gesetzt.
Beim Afrika Pro OLR in Südafrika gelang gemeinsam mit Familie Painter der Finalsieg 2025 über 601 km gegen 1.653 Tauben – ein Höhepunkt nach bereits starken Leistungen im Vorjahr. Auch auf internationalen Bühnen wie in Thailand überzeugten die Tauben mit Spitzenplatzierungen in den As-Tauben Wertungen.
Auch auf anderen Schlägen zeigten Nachzuchten der SG Ullrich ihre Qualität: etwa bei der SG Wolf und bei Robert Maaß, jeweils als 1. Ass-Taube des Monats Juni, sowie starke Final- und Halbfinal-Ergebnisse bei Daniel Mestre im Algarve Great Derby.
Mit einer stabilen Grundlage, hohen Ambitionen und einem nachhaltigen System blickt die SG Ullrich selbstbewusst auf die Saison 2026 – bereit, erneut starke Akzente im Taubensport zu setzen.
Im Jahr 2024 konnte die Schlaggemeinschaft Ullrich wieder mit starken Leistungen glänzen. Nicht nur, dass man Platz 27 im Wettbewerb der Deutschen Verbandsmeisterschaft erreichte, 19. Verbands-Jährigenmeister wurde, 16. in der RV-Meisterschaft des Verbandes wurde und in der Meisterschaft der Zeitschrift „Die Brieftaube“ National Platz 37 belegte. Gekrönt wurde die großartige Saison mit dem Titel „1. Platz der Aktion-Mensch-Flüge“ auf Bundesebene. Die Sportfreunde belegten auch bei diversen OLR Top-Platzierungen, wie beispielsweise beim Algarve Winter Rennen, den Titel drittbestes Team oder beim Usedom-Rennen, auf dem man die 2., 5., 7., 11., 18., 39. As-Taube gegen insgesamt 2.200 Tauben stellte. Im RegV errang man Platz 3. bei der Deutschen Verbandsmeisterschaft, Platz 1. in der VB Jährigen-Meisterschaft und Platz 2 in der internen RegV-Meisterschaft. Zudem stellte man mit der 1811-20-1534 das 1. As-Weibchen intern (10 Pr., 926,36 AP) und mit dem 1811-23-1172 den 1. As-Vogel Jährig intern (8 Pr., 772,75 AP). Die „1534“ wurde übrigens bereits 2022 34. As-Weibchen auf Bundesebene. In der Nationalliste des Endflugs wurden 76,3% erzielt und auch auf den anderen Flügen lag man immer jenseits der 50-Prozent-Marke. Mit 96 Tieren beiderlei Geschlechts wurde der Wettbewerb aufgenommen und 59 wurden noch auf dem Endflug an den Start gebracht. Die einjährigen Tiere müssen, Form und Gesundheit vorausgesetzt, den Endflug absolvieren.
Vor Saisonbeginn wird der Bestand auf ca. 10 Privatflügen bis 40 km Entfernung in die notwendige Flugform gebracht. Danach werden auch alle Vortouren beschickt. Das ist notwendig, da der Bestand bis Anfang März raubvogelbedingt festgesetzt werden muss. Einen Monat lang erfolgt der Freiflug ohne Zwang und ab April dann das Streckentraining.
Bei den Ergänzungsmitteln vertrauen die Ullrichs seit Jahren Röhnfried-Produkten. Zusammengefasst sieht der Futterplan wie folgt aus: Am Heimkehrtag kommen 10 g Mumm (ab 4 Std. Flugzeit), Rotosal und BT-Amin Forte in die Tränke. Dem Futter werden Hexenbier (20ml) und Topfit Futterkalk (10g) zugesetzt. Verteilt über die Woche werden weitere Produkte zugesetzt, wie Mittwoch und Donnerstag Blitzform, RO 200ready und Jungtierpulver, Sonntag und Montag K+K Protein 3000, 3 mal wöchentlich Hexenbier, Montag und Dienstag UsneGano und täglich Carni-Speed.
Welchen Tipp habt ihr für weniger erfolgreiche Sportfreunde?
„Man muss sich ständig informieren und auf dem Laufenden halten und sollte sich mit guten Züchtern austauschen. Dazu gehört immer auch ein Umgang, geprägt von Ehrlichkeit und Wertschätzung. Informiert euch auch im Internet über Neuigkeiten in unserem Sport. Besonders zu empfehlen sind Youtube-Formate, wie „RöhnfriedTV“ und „Konstatiert - Pigeon News“.
„Insgesamt waren wir sehr zufrieden mit unserer Saison. Wir wurden nicht nur RV-Meister bei den Alttauben, sondern nach 2 Jahren auch wieder RV-Meister mit den Jungtauben. Darüber hinaus haben wir im Regionalverband 300 den 2. Platz in der Internen Jungtier-Meisterschaft belegt. Wir stellen auch die 2. und 7. beste Jungtaube in dieser Meisterschaft. Der 23-1080 stammt ursprünglich von unserem Freund Jörg Bienge, und der 23-855, der den 7. Platz belegte, kommt von Alfred Berger. Bei den One-Loft-Rennen konnten wir im Frühjahr das Halbfinale in Kairo gewinnen, und beim Ostseeflug Usedom haben wir großartige Ergebnisse erzielt, darunter die Plätze 12, 13, 54 und 85 von über 2000 Tauben.“
„In der Reisemannschaft war ein Original von Alfred Berger, der auch der Vater von ‘Baltic Thunder’ ist, eine unserer besten Tauben. Die Halbgeschwister ‘Kerosin’ und der ‘538’, die aus der Linie unseres ‘Little Blue’ stammen, gehörten ebenfalls zu unseren Top-Performern. Ein absolutes Highlight war unser 33. Ass-Weibchen auf Bundesebene von 2022, ‘Lucky Lady2’. Sie wurde die 73. Ass-Taube im Monat Mai auf Bundesebene mit 389,11 Punkten.“
„Unsere Jungtauben, die zu One Loft Races geschickt wurden, haben wir nach dem Absetzen vier Tage lang über mehrere Wochen mit einer Kombination aus Opti-Breed und Jungtierpulver versorgt. Zusätzlich erhielten sie 10 Tage lang täglich VitaloTop im Trinkwasser. Dies trug wesentlich zur Steigerung der Vitalität und zur Stärkung des Immunsystems bei.“
„Im nächsten Jahr werden wir sicherstellen, dass wir mehr Ammenpaare haben, um aus unseren besten Zuchttauben mehr Nachwuchs zu züchten.“
„Besonders gut in Erinnerung sind uns die vier Jungtierflüge mit Kopfwind geblieben, vor allem, weil wir endlich wieder den Titel des Jungtiermeisters erringen konnten.“
„Sportlich streben wir an, erneut eine Top-Ten-Platzierung auf Bundesebene zu erreichen. Ein großer Traum von uns ist der Gesamtsieg in der Wertung bei der De Duif.“
Für die Schlaggemeinschaft Ullrich war die Saison 2022 sicherlich ein Highlight, nicht nur wegen Platz 6 in der Deutschen Meisterschaft. Lassen wir die Champions selbst zu Wort kommen. „Die Saison 2022 verlief für uns sehr gut. Die Flugverläufe waren, mehr oder weniger, glatt und oftmals von Flug zu Flug auch ähnlich. Wir sind der Meinung, dass dies auch eine Begründung für unsere erfolgreiche Saison war. Wenn die Flüge fair und gut verlaufen, können wir unser System ohne größere Anpassungen oder gar Änderungen durchziehen und spielen. Auch die Tauben können dann am verlässlichsten ihre Stärken zeigen und sicher heimkehren. Das ist für das Vorbenennen natürlich enorm wichtig. Notwendige Flugverschiebungen sind sicher nicht immer im Sinne einzelner Züchter, für unsere Tauben und deren sichere Heimkehr allerdings oft unerlässlich. Und wenn sich drei Züchter eines Regionalverbandes unter den ersten 21 Deutschen Meistern platzieren, dann hat der Auflassleiter einen guten Job gemacht.“
Ein Höhepunkt war sicherlich der Endflug über 614 km ab Wolvertem, der nicht nur mit dem ersten Konkurs in der Regio-Gruppe, der Goldmedaille und dem punktbesten Ergebnis für die Verbandsmeisterschaft gekrönt wurde. Unsere Weibchen Lady Dark und Lucky Lady unterstrichen ihre großartige Saison mit dem 1. und 15. Konkurs und verdienten sich damit ihre Plätze 32 und 33 unter den As-Weibchen auf Bundesebene.
Ein weiterer Höhepunkt war der Finalflug beim Ostseeflug Usedom OLR. Klaus, unser Senior, war live dabei. Was für ein Erlebnis! Simon, Torsten und Leonard hielten zuhause die Stellung. Irgendwie begleitete uns den ganzen Vormittag schon so ein positives Gefühl. Um uns von der Aufregung abzulenken, war der Vormittag damit ausgefüllt, die Taubenschläge gründlich sauber zu machen. Anschließend durften die Reisetauben baden. Für die Zuchttauben gab es zum Verwöhnen Hexenbier in die Tränke. Beim gemeinsamen Mittagessen lief die Live-Ankunftsliste auf Benzing, wir hatten noch einmal hochgerechnet, wann die Tauben denn ungefähr ankommen müssten und blickten immer wieder mal auf den Bildschirm. Gegen 13:00 Uhr hätten wir die Tauben erwartet, um 12:35 Uhr ertönte plötzlich dieser schöne Ton, der die Ankunft der ersten Tauben signalisiert. Vier Tauben kamen gemeinsam, der blaue Vogel Fengchi vom Team Ding He/Ullrich setzte sich bei Fotofinish durch. Torsten, Leonard und Simon blickten sich fast ungläubig an und kamen danach aus dem Jubeln kaum heraus. Anschließend hieß es für Torsten: rasieren, umziehen und losfahren. Denn er hatte versprochen, dass er zur Finalfeier nach Usedom kommt, wenn sich eine Taube von uns unter den ersten 10 platziert.“
Als ein drittes Highlight möchte ich vielleicht noch von unserem Turbo Boy erzählen, der 1. Ass-Taube beim Riachos Yearlings Cup in den Kategorien Sprint und Gesamt wurde. Den Titel der 1. Ass-Taube Gesamt errang unser Turbo Boy mit solchem Vorsprung, dass er beim Finalflug selbst als letzte Wertungstaube nicht mehr hätte eingeholt werden können. Er wurde eindrucksvoll 13. beim Finale über 510 km und baute seinen Vorsprung zur 2. Ass-Taube sogar noch aus. Turbo Boy ist Vollbruder zu Mr. Aceman, der 2021 4. Ass-Taube beim Ostseeflug Usedom wurde, und zur Arrow, der 13. Ass-Taube beim AS Golden Race in Griechenland wurde. Zudem stellten wir mit dem Team Siebert/Ullrich bei diesem Winter-Rennen die beste Teamwertung. Selbstverständlich haben wir diese Ausnahmetaube zurück ersteigert. So kann er neben seinem Bruder Mr. Aceman in unserem Zuchtschlag für weitere Top-Tauben auf OLR-Ebene sorgen.“
„Nach der Totale Witwerschaft, beide Geschlechter werden gespielt. Zu Beginn der Saison werden nur von den ganz großen Hoffnungsträgern die Partner zuhause gelassen (ca. 10 Weibchen / 10 Vögel). Nach dem 3. oder 4. Flug beginnen wir, weitere Partner nicht mehr zu setzen, um die Motivation der Tauben in Topform nicht durch den Verlust des Partners zu gefährden. Wir entscheiden von Woche zu Woche, wer weiter gespielt oder gestoppt wird. Jährige werden behandelt wie Alte: Wer in Form ist, wird gespielt. Wir setzen nur Tauben in Topform ein, im Zweifel bleibt eine Taube immer zuhause.“
„Aktuelle Leistungsträger sind die 1811-19-1720 Lady Dark, 32. As-Weibchen auf Bundesebene. Sie ist aus zwei Tauben gezogen, die wir selbst als Spätjunge direkt in die Zucht genommen haben. Der Vater, 1811-18-533, führt das Blut unserer Top-Vererber ‚186‘ und ‚Little Blue‘ in sich. Die Mutter, 1811-17-1698, stammt direkt aus unserem Super-Paar ‚123‘ x ‚Lady Dyck‘ (Dieter Siebert x Dirk van Dyck). Bemerkenswert an diesem Weibchen ist, dass sie auf den Flügen über 400 km in jedem Jahr ihre besten Ergebnisse erzielt. So war es für mich überhaupt nicht überraschend, dass ausgerechnet sie unseren Saisonhöhepunkt so eindrucksvoll mit dem 1. Konkurs beim Endflug über 614 km so eindrucksvoll krönte.“
„Auch die 1811-20-1534 Lucky Lady, 33. As-Weibchen auf Bundesebene, muss erwähnt werden. Sie entstammt der erfolgreichen Linie des Bad Luck 413. Mutter der Lucky Lady ist die 18-748, Tochter des Bad Luck 413. Die 748 war über zwei Jahre hinweg selbst unser bestes Reiseweibchen und 2020 beste Taube der RV. Schon als Jährige mit 1., 5., und 7. Konkurs zeigte die Lucky Lady, was in ihr steckt. In der Saison 2022 dann mit 12/11 Preisen und 4., 6., 8., 15., 19. und 29.“
„Auch die Vögel können es, was der 1811-20-1640 Prinz Willi – 2. As-Vogel RegV Gruppe Nord – eindrucksvoll bewies. Prinz Willi, benannt nach unserem Senior und SG-Begründer Willi Ullrich, zählte 2021 schon zu unseren Besten mit 11/9 Preisen und war 2022 mit 12/11 Preisen unser bester Vogel. Er ist ein direkter Sohn eines unserer Stammpaare 186 x 785. Aus diesen Zuchttauben entstammen schon etliche Topper. Wir werden diesen außergewöhnlichen Vogel bereits ab der kommenden Saison in den Zuchtschlag integrieren.“
„Nahezu die gesamte Palette der Röhnfried-Produkte, von Mumm über Rotosal, Hexenbier, K u.K-Eiweiß, Blitz, VitaloTop und CarniSpeed, um nur einige zu nennen. CarniSpeed wurde von Torsten, entgegen unserer Absprache, erst nach dem 2. Preisflug aktiv eingesetzt. Das Ergebnis war ein super 3. Preisflug mit gleich 2x 1. Konkurs. Simons Rezept zur Ankunft nach dem Preisflug: Topfit Futterkalk und Hexenbier übers Futter. Klaus' Rezept für die letzte Woche vor Trainingsbeginn mit den Jungtauben: Avimycin Forte und Atemfrei übers Futter, Hexenbier und UsneGano ins Wasser. – Das gibt den richtigen Schub für die Jungen.“
„Geimpft wurde 10–14 Tage nach dem Absetzen RP, 14 Tage später 2. RP (in Gruppen, je nach Termin des Absetzens). Dann im Juni alle gemeinsam PAH, 2 Wochen später Salmonellen, 2 Wochen nach Salmonellen gegen Pocken. Die JTK brach bei unseren Jungen am Donnerstag vor dem 2. Preisflug aus. Durch das Impfen gegen Rota-Viren haben wir wahrscheinlich die Symptome der JTK weitestgehend ‚weggeimpft‘. Sie haben sich unter Umständen schon einige Zeit vorher (Kabi-Training) angesteckt und sich ‚latent‘ mit der Krankheit herumgeschlagen. Die einzigen ‚sichtbaren Symptome‘ waren ein leicht geminderter Appetit und die für unsere Verhältnisse hohen Verluste beim zweiten Kabi-Training und 1. Preisflug. Nachdem wir nun am Donnerstagvormittag zwischen dem 1. und 2. Preisflug gesehen haben, dass sich vier Tauben übergeben und einige dünnen grün-wässrigen Kot hatten, zogen wir die Reißleine und stellten die Reise ein.“
6. Deutscher Meister
Seit Jahren spielen die Ullrichs auf hohem Niveau. Klaus, der heutige Senior des Teams, sein Sohn Torsten und dessen beide Söhne Simon und Leonard können auch 2020 auf beachtliche Erfolge zurückschauen. Wie im letzten Jahr stellte sich Simon bereitwillig unseren Fragen.
Die Saison 2020 war für uns alle keine leichte Saison. Nachdem zu Beginn alles fraglich war, konnten wir mit vierwöchiger Verspätung und angepasstem Flugplan starten. Es gab für unsere RV – nur – zehn Alttierflüge und vier Jungtierflüge. Die teilweise starken Rückenwinde machten besonders bei der Alttierreise die Flüge mit Fluggeschwindigkeiten von über 1800 m/min zum Teil sehr schnell. Dennoch konnten wir stets die höchsten Preisquoten der RV erreichen und fast alle RV-Meisterschaften gewinnen.
Ein persönliches Highlight folgte auf einen kleinen Tiefschlag, den wir so noch nie erlebt hatten: Beim 7. Flug mit den Alten erzielten wir ein Ergebnis von 73/15 Preisen über 328 km. Der Flug war ein sehr schneller Flug mit über 2335 m/min für die ersten Konkurse der Liste. Unter den 15 Preistauben waren nur 2 Vs und 1 P. Für die Jährigen-Verbandsmeisterschaft hieß es damit: Keine Chance mehr auf eine tolle Platzierung, auf allen Ebenen. Der Flug war einfach viel zu schnell, und wir hatten neben einer ungünstigen Lage auch ein bisschen Pech. Doch diese Begründung reicht uns in solch einem Fall natürlich nicht aus. Wir ließen die Tauben sofort untersuchen. Diagnose: Kokzidiose. Die Tauben wurden natürlich behandelt, am darauffolgenden Flugwochenende legten wir ein tolles Ergebnis mit 61/51 Preisen, beginnend mit den 2., 3., 8., 9., 28., 28., 30. Konkursen gegen 4123 Tauben in der Regio-Liste über 413 km hin. In der RV hatten wir sogar die ersten Konkurse 1., 2., 3., 4., 6., 6., 8., 10., 11., gegen 800 Tauben.
Die 1811-18-748 W erzielte als einzige Taube der RV 10/10 Preise, wurde bestes Weibchen der RV und 18. As-Weibchen im RegV. Vater ist unser o.a. Topvogel 1811-15-413. Die Mutter, 1811-16-167, war selbst auch eine tolle Reisetaube. Die 748 flog bereits jung 5/3 und jährig 12/9 Preise mit einem 33. Platz über 235 km gegen 5260 Tauben und einem 25. Platz über 520 km gegen 409 Tauben.
Das 2-jährige As-Weibchen des RegV und bestes Jähriges Weibchen der RV, die 1811-19-870 W, flog 2020 10/9 Preise mit einem 17., 20., 27., 30. jeweils über 400 km. Sie wurde auch schon 2. As-Jungtier im RegV mit 5/5 Preisen, konkret 5. über 323 km/1749 T.; 3. über 170 km/1553 T.; 12. über 200 km/1810 T.; 20. über 126 km/1094 T.; 69. über 126 km/1002 T. Sie ist eine Enkelin unseres „11-123“, ein Original von Dieter Siebert und Vater wie Großvater vieler Topper auf unserem Schlag. Mutter der 870 ist die 1811-11-862, die selbst das JAK-Derby 2011 Sauerlandrennen als Erste im Finale gewann.
Ein weiterer kleiner Star ist der 1811-19-1722 V, bester jähriger Vogel der RV, 12-jähriger As-Vogel im RegV. Der 1722 flog jung 5/4 Preise und jährig 10/8 Preise mit einem 33., 36., 42., und 42. Platz auf den Flügen über 400 bzw. 500 km. Vater ist unser 1811-13-205, Top-Vererber und seinerseits 25. As-Vogel des Verbandes im Jahr 2015. Wir können also auch in diesem Jahr wieder feststellen: „Zucht ist kein Zufall“. Aus Guten (Linien) fallen auch immer wieder gute Tauben.
Angelehnt an den „7-Punkte-Plan“ der Firma Röhnfried versorgen wir die Tauben während der Reisesaison mit den drei Schwerpunkten Regeneration fördern – Immunität stärken – Stoffwechsel anregen – im Wochenverlauf von der Rückkehr bis zum Einsetzen. Ohne den Versorgungsplan im Detail vorzustellen (den bekommen interessierte Züchter gern per E-Mail von mir), kann ich vielleicht auf ein paar „Kniffe“ eingehen:
Bei der Rückkehr erwartet die Reisetauben ein voller Trog Mifuma Power Mix, angereichert mit Hexenbier und Topfit Futterkalk. So bekommen die Tauben neben verschiedenen Zuckersorten über Propolis, Fructose, Maltose und Glucose auch wertvolle Kräuter und Mineralstoffe zur schnellen Regeneration. In der Tränke ist zur Ankunft das nicht wegzudenkende Rotosal, Elektrolyte und BT-Amin forte.
Für eine optimale Eiweißversorgung setzen wir am 1. und 2. Tag nach dem Flug K+K Protein ein. CarniSpeed gibt es an fünf Tagen pro Woche. Während der Woche kommen noch Usne Gano, Hexenbier, Entrobac, Jungtierpulver, Atemfrei und Blitzform zum Einsatz. Seitdem wir Montag morgens Vitalo Top geben, haben wir das Gefühl, dass sie besonders zum Wochenbeginn noch schneller wieder in Fahrt kommen und noch ein bisschen besser trainieren. Wenn wir Flüge mit einer Flugzeit von über 4,5 Stunden erwarten, geben wir am Einsatztag geschälte Sonnenblumen mit Rotosal. Das hat schon super funktioniert!
Das Training ist eine spezielle Sache für sich. Konditionstraining erfolgt von Montag bis Donnerstag morgens je eine Stunde am Haus. Unter der Woche werden die Tauben je nach Wetter ein bis zwei Mal auf ca. 30 km gefahren, um Routine für den „Flugablauf“ zu verinnerlichen. Am Donnerstag ist Familientag.
Die Jungtauben haben bei uns einen großen Stellenwert. Die Jungtierreise soll bestmöglich als Ausbildung für die Jährigen- bzw. Alttierreise genutzt werden. Die Jungen werden genauso reichhaltig versorgt wie die Alttiere. Neben Produkten wie Entrobac, Jungtierpulver und OptiBreed für die Verdauung und das Immunsystem setzen wir auf Usne Gano, Atemfrei und Avimycin forte für die oberen Luftwege und natürliche Vitalstoffe. Vitalo Top kommt sehr regelmäßig zum Einsatz, was den Appetit anregt und antiviral wirkt.
Die Jungtauben werden nicht nach Liste selektiert. Wir achten auf Vitalität und Gesundheit. Nach diesen Kriterien wird immerfort ausgesucht und, wenn nötig, auch selektiert. Gefüttert werden die Jungen übrigens mit Top Jungtaube von Mifuma. Zum Wochenstart bis zur Wochenmitte wird die Hauptmischung je nach Bedarf und Gefühl mit der Mischung „Triumph“ etwas leichter gemischt.
Wir haben die Jungen zunächst gegen Salmonellose geimpft, gut zwei Wochen später gegen Paramyxo, Herpes und Adeno, weitere zwei Wochen später gegen Pocken. Auf den Impfstoff gegen Rotaviren haben wir bewusst verzichtet, da wir über zehn Jahre keinen schweren Verlauf der JTK hatten. Allenfalls kam die Krankheit nur kurz auf, weil wir sie zumeist schnell wieder im Griff hatten. In diesem Jahr erwischte unsere Jungen die JTK heftig. Ihren Höhepunkt hatte die Krankheit etwa drei Wochen vor dem ersten Jungflug. Wir konnten also an der Reise vom ersten Flug an teilnehmen, so richtig gut vorbereitet und austrainiert war die Mannschaft für unsere Ansprüche dennoch nicht. Wir hatten sogar einige wenige tote Junge dabei. – In Zukunft werden wir auch gegen den Rotavirus impfen.
„Weniger ist oftmals mehr und viel hilft nicht immer viel.“ Bevor ich jetzt gleich zwei Mal ins Phrasenschwein einzahle, möchte ich erklären, was ich damit unter anderem meine:
Wir haben in den letzten beiden Jahren 150 Jungtauben für unsere Reisemannschaft abgesetzt, nachdem wir noch einen Zusatzschlag angebaut hatten. Am Ende der Saisons 2019 und 2020 hatten wir nicht mehr Junge auf dem Schlag als in den Jahren zuvor, als wir 110 bis 120 Junge abgesetzt haben. Wir sind nun zum Entschluss gekommen, dass wir künftig nicht mehr als 120 Junge auf unseren Reiseschlag setzen. Aus Liebe zum Tier wollen wir unsere Verluste so gering wie möglich halten, dazu förderlich wird eine etwas kleinere Mannschaft sein.
Dass viele Meinungen von außerhalb nicht immer förderlich für den eigenen Erfolg sind, sollte jedem klar sein. Mein Tipp für alle Züchter, die noch erfolgreicher werden wollen, ist: wendet Euch respektvoll und freundlich an einen „Experten“, stellt Fragen und lasst euch Tipps geben. Macht euch natürlich stets eure eigenen Gedanken und schaut sensibel, wie eine Neuerung in euer schon gut funktionierendes System passen kann.“
Einer für alle, alle für einen – Team Ullrich! Wir alle kennen dieses wunderbare Motto aus dem Roman „Die drei Musketiere“ von Alexandre Dumas: Athos, Porthos, Aramis und der hinzugekommene Grünschnabel d’Artagnan stehen in allen Lebenslagen füreinander ein. Ein festes Band, das man so auch im brandenburgischen Nauen findet. Hier im Landkreis Havelland stehen auch die Mitglieder der Züchterfamilie Ullrich geschlossen hinter dem Team und ihren Tauben. Seit vielen Jahren berichtet man von dieser tollen Schlaggemeinschaft, die sich aus den Familienmitgliedern Klaus (80), Torsten (56), Simon (30) und Leonard (19) zusammensetzt.
2018 war ein ganz besonderes Reisejahr für das Team Ullrich. Gekrönt wurde es mit dem Titel des 6. Deutschen Verbandsmeisters 2018! Ein überragender Abschluss, der die Schlaggemeinschaft zu Recht stolz auf die Leistung ihrer Tauben und natürlich auch auf die Leistung der einzelnen Familienmitglieder blicken lässt. Es ist nämlich allen bewusst, dass bei solchen Erfolgen vieles zusammenpassen muss. Um einige Eckpfeiler zu nennen: Tauben, Züchter, Schlaganlage, Schlagführung, Gesundheit, Versorgung und die Topform zum richtigen Zeitpunkt.

Im Jahr 2018 kam auch der Faktor „Wetter“ hinzu. In diesem Erfolgsjahr war die Wetterlage geprägt von vielen Flügen mit Gegenwind, hohen Temperaturen und Trockenheit. Oftmals konnte eine Geschwindigkeit von 1.300 Metern pro Minute nicht übertroffen werden.
Doch ein Spitzenschlag wäre kein Spitzenschlag, wenn er darauf nicht reagieren könnte. Dies wurde von den Sportfreunden umgesetzt, indem sie die tägliche Trainingszeit reduzierten. Normalerweise trainieren die Tauben hier zweimal täglich je eine Stunde am Haus. Dieses Training wurde bei großer Hitze auf 30 Minuten abends reduziert. Morgens wurden die Tauben so früh wie möglich rausgelassen, um in der noch frischen Luft ihre 60 Minuten Training zu absolvieren. Auch das Streckentraining wurde zum Teil ganz gestrichen, um die Tauben nicht zu sehr zu beanspruchen. Im Vordergrund stand erst einmal die Regeneration der Tauben.
Als Tipp kann man hier das Beiprodukt Rotosal nennen, ein flüssiges Ergänzungsfuttermittel auf der Basis von organischem Phosphor, Butafosfan und Oligosacchariden zum raschen Ausgleich von Phosphor- und Energiedefiziten vor und nach Distanzflügen. Es kann außerdem sehr gut nach Behandlungen oder in der Zeit von Mauser und Aufzucht verabreicht werden.
Im Reisesystem wurden auch 2018 keine Veränderungen vorgenommen. Den Stamm bilden die 60 Reisetaubenpaare. Diese werden im Februar angepaart und legen einmal. Der stärkere Partner wird weiterhin geschickt, der schwächere bleibt zu Hause. Bevor die Tauben im Februar verpaart werden, bekommen sie über mehrere Tage Taubenfit E50 zur Steigerung der Fruchtbarkeit; darüber hinaus deckt es den besonderen Bedarf an Vitamin E während der Zuchtperiode.
Die Aufgabenverteilung innerhalb der Familie bleibt auch weiterhin bestehen. Jedes Familienmitglied hat seine ganz eigene Arbeit zu erledigen. Klaus ist für die Zucht verantwortlich und sorgt für den passenden Nachwuchs auf dem Schlag. Seine Zuchtstrategie und das Verständnis für die richtigen Verpaarungen sichern den nötigen Nachwuchs. Simon versorgt und betreut die Jungtauben und kümmert sich um die Buchführung im Hause Ullrich. Torsten übernimmt die tägliche Versorgung der Reisetauben, während Leonard dort hilft, wo Not am Mann ist.
Diese erfolgt im Hause Ullrich nach den Empfehlungen der Firma Röhnfried. Das Vertrauen in diese Produkte besteht bereits seit vielen Jahren und bleibt unverändert. Hier eine Übersicht der angewandten Produkte: Entrobac, Hessechol, Mumm, Rotosal, Taubenfit E50, K+K Protein 3000, Atemfrei, Immunbooster, Blitzform, Carni-Speed, Gervit-W und Hexenbier.
Im Jahr 2018 wurde bei der Ankunft der Tauben erstmals Hexenbier über das Futter verabreicht und mit Topfit Spezial-Futterkalk angetrocknet. Dies geschah auf Anraten eines langjährigen Züchterfreundes und hat sich als absolut positiver Tipp herausgestellt. Team Ullrich erklärt: „Durch den Futterkalk konnte der Mineralhaushalt sofort wieder aufgefüllt werden. Die verschiedenen Zuckerarten und die vielen Kräuter im Hexenbier scheinen den Tauben stets gutgetan zu haben.“
Hexenbier ist eine Vitalitätsmischung aus Zwiebeln, Honig, Propolis, Echinacea, Holundersaft, Bartflechte (Usnea barbata) und Knoblauch, die die körpereigenen Abwehrkräfte stärkt und eine herausragende Flugfreude bei den Tauben hervorruft. Topfit Spezial-Futterkalk ist eine speziell definierte Mischung aus Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen.
Als weiteres unverzichtbares Produkt wird von der Familie Ullrich Carni-Speed genannt. Durch die vorgeschriebene Dosis erhalten die Tauben das wichtige L-Carnitin in der benötigten Menge. Dieser vitaminähnliche Stoff spielt eine zentrale Rolle im Fettstoffwechsel der Tauben. Außerdem dienen das enthaltene Magnesium und Selen der Muskelfunktion. Die Tauben zeigen eine deutlich höhere Trainingsfreude.
Zum einen der 01811-15-413, der im „zweiten Anlauf“ auch offiziell der AS-Vogel im Regionalverband 300 wurde (2017 gab es Unstimmigkeiten hinsichtlich der Koordinaten und dem Vogel fehlten 2 km). Überdies wurde der 413 12. AS-Vogel auf Bundesebene! Sein Vater, der 1428, ist ein orig. Kurt Weitkamp Vogel und flog selbst auch 37/29 Preise; u. a. einen 1. Konkurs gegen 1.500 Tauben.

Die Mutter, 295, ist eine originale Alfred Berger Täubin aus der Linie des Champ 408. Die 295 flog selbst im Jahr 2014 13/12 Preise mit 1., 2., 5., 9., 13., 21. Konkurs.
Ein weiterer Topper ist der 01811-17-1507 „Prinz Briese“, der eine klasse Saison hinter sich hat. Bereits als Junger flog er 4/4 und in diesem Jahr 11/10 Preise. Er wurde 2. Jähriger AS-Vogel im Regionalverband 300. Besonders ist dabei, dass er beim 7. Preisflug erst nach 5 Tagen zurückkam und dann den 500-km-Flug verpasste. Danach ließ er mit einem 6. Preis von 330 km und einem 21. Preis auf 623 km sein Können aufblitzen. Er entstammt dem herausragenden Zuchtvogel 186 der Linie Kees Bosua, auf den bereits mehrere erste Konkurssieger über mehrere Generationen zurückgehen. Die Mutter 2162 wurde extra für die Zucht gezogen und entstammt dem 205, der selbst 25. AS-Vogel auf Bundesebene wurde. Wieder eine Taube auf absolute Leistung gezüchtet!

Als Letztes ist noch die „01868-14-1567 W „Natalie“ zu nennen. Sie stammt direkt aus der Zucht von Alfred Berger und flog in ihrer wohl letzten Reisesaison 12/11 Preise; damit wird sie 2. AS-Weibchen im Regionalverband nach Verbandsbedingungen und 7. AS-Weibchen intern (10 Preise). Der 40. Rang auf Bundesebene der AS-Weibchen soll hierbei nicht unerwähnt bleiben. In 4 Jahren flog sie stolze 41 Preise. Ihre Eltern sind Leistungstiere von Hardy Krüger und Rudi Heinen!

Wir gratulieren ganz herzlich zu den tollen Erfolgen und wünschen weiterhin viel Spaß am tollen Hobby!
Die Familie Ullrich in Nauen im Landkreis Havelland des Landes Brandenburg betreibt schon über Generationen das schöne Hobby des Brieftaubensports. Über Jahre bringen ihre Tauben hervorragende Reiseleistungen. Nach den Ergebnissen der letzten Jahre gehören sie zu den besten Schlägen in Deutschland. Angefangen hat alles in den dreißiger Jahren, damals begann Willi Ulrich Brieftauben zu züchten. Nach dem Krieg gab es einen Neuanfang mit dem Sohn Klaus, der heute 79 Jahre alt ist. Das heutige Team besteht aus Klaus, inzwischen Urgroßvater, Sohn Thorsten (55 Jahre, Geschäftsführer einer gemeinnützigen Organisation) und dessen Söhnen Simon (29 Jahre, Sozialpädagoge) und Leonhard (18 Jahre, Student). Die Kinder von Simon, Tim (6 Jahre) und Elsa (2 Jahre), könnten dazu beitragen, dass der Brieftaubensport noch über Jahrzehnte von der Familie Ullrich betrieben wird.
Über diese stark reisenden Brieftaubenzüchter wurde schon des Öfteren berichtet, und es gibt auch schon Videofilme. Auch in den letzten „Röhnfried Courieren“ wurde über diese Schlaggemeinschaft berichtet, deshalb werden jetzt einmal an das Team Fragen gestellt, die dann von Simon Ullrich beantwortet werden, um so etwa ein anderes Sichtfeld auf den Umgang mit ihren Tauben zu bekommen.
Antwort: Klaus kümmert sich um die Zuchttauben, Verpaarungen und ist für das Auswählen der Tauben für die Meisterschaften verantwortlich. Darüber hinaus übernimmt er das Training der Reisetauben.
Torsten ist für die tägliche Versorgung der Reisetauben zuständig.
Simon versorgt die Jungtauben und „pflegt“ die Abstammungen und ist für die administrativen Aufgaben zuständig.
Leonhard springt bei der Aufgabenverteilung nur ein, wenn „Not am Mann“ ist, denn Schule und Ausbildung gehen vor, darauf legt die Familie großen Wert.
Insgesamt herrscht ein guter Mix der Aufgabenverteilung. Jeder hat seine festen Bereiche, und untereinander wird stets darauf geachtet, was gerade anliegt. So ziehen alle an einem Strang, um die Tauben stets bestmöglich zu versorgen.
Antwort: Der Jungtierschlag ist in drei Abteile unterteilt, alternativ können diese sogar auf 5 Abteile erweitert werden. So kann flexibel auf Junge unterschiedlichen Alters bzw. des Gesundheitszustandes (JTK) reagiert werden. Die Jungtauben werden nicht nach Geschlechtern getrennt. Alle bleiben nach Möglichkeit zusammen.
Dann gibt es einen Weibchenschlag mit zwei getrennten Volieren. So ist es möglich, auf paarige Weibchen zu reagieren bzw. das direkt zu unterbinden.
Die Reisevögel haben 5 Abteile mit jeweils zwölf Zellen, und die Abteile sind alle mit einer Voliere ausgestattet. So ist gewährleistet, dass die Tauben auch in der Wintersaison ohne Freiflug ausreichend Frischluft bekommen.
Alle Schläge sind zum Osten ausgerichtet, auch die zwei Zuchtschläge. Die Zuchtschläge haben drei Abteile mit jeweils etwa 15 Zellen.
Der Reiseschlag wurde Mitte der 90er Jahre massiv gebaut. Für ein angenehmes Klima wurden alle Abteile mit Holz verkleidet. Seit etwa fünf Jahren sind Heizplatten an den Wänden angebracht, um die Form vor dem Anpaaren oder bei nasskaltem Regenwetter während der Saison zu begünstigen. Im Jahre 2000 wurde der Dachfirst nachträglich um etwa 10 cm erhöht, um eine bessere Be- und Entlüftung zu erzielen. Im Zuge dieser Änderungen wurden ebenfalls zur besseren Luftzirkulation zwischen den Abteilen in den Dachschrägen Dachdeckerunterspannbahnen (dicke Folie) senkrecht verbaut und Schiebeplatten angebracht. Die Schiebeplatten in den Decken der Schläge konnten nun nach Bedarf zu- oder aufgeschoben werden. In den Schlägen und Volieren laufen die Tauben größtenteils auf Holzrosten, darunter liegt drinnen Erbsenstroh. Draußen wird keine Einstreu verwendet. Die Volieren wurden im Jahre 2014 nachträglich zur Hälfte mit durchsichtigem Doppelstegplatten überdacht.
Antwort: Die Reisemannschaft besteht zu Saisonbeginn aus etwa 60 Paaren. Davon gibt es eine Reihe von Partnern, die von Anfang an zu Hause bleiben, und das nur zur Motivation des anderen, des Witwers oder des Weibchens. Bereits nach dem 3. oder 4. Flug wird zügig aussortiert, und der Partner bleibt zu Hause. Nur die Leistungsstarken nehmen weiterhin am Reisegeschehen teil. Es werden beide Geschlechter gespielt, traditionellerweise sind es meist etwas mehr Vögel, die an den Start gehen. Jährige Tauben nehmen etwa einen Anteil von 60 % der Reisemannschaft ein. Die Partner sehen sich stets nach der Rückkehr vom Flug, auch nach den Trainingsflügen. Die Dauer des Zusammenseins richtet sich ganz individuell nach dem Flugverlauf und der Flugzeit.
Antwort: Antibiotika werden nur auf Rat und Verordnung des Tierarztes gegeben. Alle Alttiere werden 2 bis 4 Wochen vor dem Anpaaren gegen Paramyxovirose, Salmonellose und Pocken geimpft. Die Jungtauben werden im Abstand von 10 Tagen geimpft, sodass die letzte Impfung etwa 14 Tage vor dem ersten Trainingsflug erfolgt.
Antwort: Es werden etwa 100 Jungtauben für die Jungtierreise gezogen. Diese werden direkt nach dem Absetzen verdunkelt. Am 21. Juni wird dann vom „Schatten ins Licht“ gewechselt. Es wird also dann belichtet und die Simulation von Sonnenauf- und Sonnenuntergang auf „Sommersonnenwende“ stehen gelassen. Die Jungen dürfen sich frei im Schlag entfalten, Verpaarungen untereinander werden zugelassen und bei Bedarf auch Brutschalen zur Verfügung gestellt. Die Jungen werden nicht nach Geschlechtern getrennt. Besondere Motivation erhalten die Jungtauben durch Öffnen der vorhandenen Witwerzellen sowie das Zur-Verfügung-Stellen von Nistmaterial am Einsatztag. In der Woche bleiben die Nistzellen geschlossen und bieten lediglich nur eine Sitzgelegenheit.
Antwort: Über Dieter Siebert und Frank Brieskorn kam die „Figo-Linie“ von Kees Bosua auf den Schlag. Diese Linie hat sich hier seit 2011 wohl als die leistungsstärkste etabliert. Darüber hinaus fliegen Nachzuchten des „Kleinen Dirk“ von G. Koopmann sehr gut. Dieses Blut wurde über Dirk Zoland in den Bestand eingeführt. Ebenfalls über Dirk Zoland kamen Tauben der alten „Wittenbuik-Linie“ von Gaby Vandenabeele. Die Nachzuchten fliegen seit 2008 immer wieder Spitze. Seit über 10 Jahren erhält man Tauben von Alfred Berger „zum Spielen“. Die Linie des „Champ 408“ ist dabei besonders zu benennen. Weitere sehr gute Erfahrungen wurden mit original Tauben von Markus Neeb und Dirk de Beer gemacht.
Die SG Ulrich testet gerne auch andere Erfolgslinien, dabei werden unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Man ist hier der Meinung, dass eine Zuchtlinie zum Züchter passen muss und man sich als Züchter auf seinem ganz eigenen Weg einen funktionierenden Zuchtstamm aufbauen sollte.
Antwort: In der Saison 2017 wurde stärker auf die Darmgesundheit der Reisetauben geachtet. So wurde verstärkt Entrobac eingesetzt.
Um eine zusätzliche Formsteigerung zum Saisonstart zu erzielen, wurden die Weibchen bis 14 Tage vor dem ersten Preisflug verdunkelt (März bis Mitte April), morgens eine Stunde den Sonnenaufgang verzögert und abends den Sonnenuntergang eine Stunde vorgezogen.
Die SG Ullrich kann mit den Ergebnissen der Saison 2016 zufrieden sein. Der „1811-15-393“ wurde RV-bester jähriger Vogel mit 11/10 Preisen und die „1811-15-459 W“ wurde 2. bestes jähriges Weibchen der RV mit 12/9 Preisen. Neben den beiden Toppern belegt die Garde der jährigen Vögel die Plätze 2, 3, 4 und 5 der Besten der RV. Die Bestenliste der jährigen Weibchen zeigt die Ullrich-Tauben ebenfalls weit vorne (3, 4 und 6). Insgesamt haben die Sportsfreunde in diesem Jahr den 1. Regionalverbands-Jährigenmeister, den 1. RV-Jährigenmeister sowie 1. RV-Verbandsmeister Jährig einholen können – was für ein Erfolg bei den Jährigen! Aber auch die Alttauben konnten viele Preise mit nach Hause bringen: Der „1811-13-344“, ein Nachkomme der Top-Zuchtpaare der Schlaggemeinschaft aus „Der 123“ von D. Siebert und „Lady Dyck“ von D. van Dyck, fliegt das vierte Jahr in Folge sehr erfolgreich und in 2016 mit 12/11 Preisen. Die „1811-13-201 W“, welche aus der Linie „Kleiner Dirk“ gepaart mit „Kerkduifje“ von G. Koopmann stammt, flog als Junge 5/5 Preise, im Jahre 2014 13/12 Preise sowie in 2015 12/11 Preise und kann dieses Jahr mit 12/10 Preisen erneut glänzen.
Dabei war das Jahr alles andere als unproblematisch. Zur Mitte der Saison war ein plötzlicher Leistungsabfall der Leistungsträger zu verzeichnen, verbunden mit sehr inkonstanten Leistungen der Einzeltiere. „Es kam zwar gewohnt die breite Masse (55-75 % Reiseleistung) in die Preise, aber ab dem 7. Flug waren es immer andere Tauben. Wir ließen die Tauben nach dem 10. Flug untersuchen. Diagnose: Kokzidiose. Die Tiere wurden sofort behandelt, um noch die letzten beiden Flüge mit kleiner Hoffnung zu spielen. Die Saison war zu diesem Zeitpunkt bereits gelaufen, aber aufzugeben ist nicht unser Stil!“, so Simon. Problematisch war vor allem, dass kaum Symptome auftraten; einzig die inkonstante Reiseleistung der Tiere gab den Anlass zur Untersuchung. Da der Befall mitten in der Saison auftrat, konnte die Form bis zum Ende der Reisesaison nicht wieder auf 100 % gebracht werden.
Begleitet werden die Sportsfreunde von Fr. Dr. Kohls der Uniklinik Berlin. Vor der Reise im April und kurz nach dem Trainingsbeginn, sozusagen nach dem ersten „Stress“, wurden Kotproben ihrer Lieblinge untersucht. Für das nächste Reisejahr nimmt sich die SG Ullrich vor, „alle 2 bis 3 Wochen die Tauben vom Tierarzt untersuchen zu lassen. So erhoffen wir uns, rechtzeitig auf mögliche Erreger reagieren zu können, bevor es zum Ausbruch einer Krankheit kommt.“ Von Blindkuren hält die Schlaggemeinschaft demzufolge wenig. Sie würden nur kuren, wenn sie tierärztlich empfohlen werden.
Was macht das System der äußerst engagierten und sympathischen Dreigenerationengemeinschaft aus? Mitte Februar, abhängig vom Wetter und vom ersten Preisflug, werden die Tauben in Nauen miteinander verpaart. Vorher bekommen sie Taubenfit E50 zur Fruchtbarkeitssteigerung. Die Weibchen legen nur einmal, sodass circa 130 Tauben gezogen werden. Die Tauben werden, wenn die Jungen noch im Nest liegen, zusätzlich mit Hessechol versorgt, bis sie zum Absetzen in den Jungtaubenschlag kommen können. Dann erfolgt die Versorgung genauso wie bei den Alttauben. „Es werden vor dem Training bereits Junge aussortiert und selektiert, sodass zum ersten Preisflug ca. 100 Jungtauben an den Start gehen“, so Simon. Die Reisemannschaft der Alten besteht ebenfalls aus 100 Tieren. Vor der Reise, also je nach Wetterlage Anfang bzw. Mitte April, beginnt die Trainingssaison in Nauen. Dann werden die Reisetauben bis zu 20 Mal privat und viermal mit der RV zusammen auf die Reise geschickt. Während der Reise erfolgt ein Zusatzflug mit dem PKW einmal pro Woche. Zur Vorbereitung auf die Flüge finden K+K Protein 3000, Atemfrei, das Jungtierpulver sowie Entrobac häufigen Einsatz bei den Sportsfreunden.
Zum ersten Preisflug, der erfahrungsgemäß am ersten Maiwochenende stattfindet, werden meist beide Partner geschickt. Nach dem 3./4. Flug wird dann nochmal hart ausselektiert. „Zeigen sich einzelne Tauben auffällig gut in Form, bleibt der Partner zu Hause“, erklärt Simon. „So kann es vorkommen, dass ein Tier mit 4/4 Preisen die Saison vorzeitig beendet, weil sein Partner noch besser in Form ist und sich als Leistungsträger der Mannschaft herauskristallisiert.“ Zur Vor- und Nachbereitung der Flüge werden die Tauben mit Carni-Speed fit gehalten. Ebenfalls findet das Präparat Blitzform vielseitigen Einsatz in der Schlaganlage in Nauen. Nicht nur zur Vorbereitung auf die Preisflüge ist es unerlässlich, sondern vor allem nach der Jungtaubenkrankheit. „Das darin enthaltene Jod und Eisen soll die Blutbildung der Jungen fördern nach einem Ausbruch mit der Jungtierkrankheit“, so die SG Ullrich. Zur Regenerationsförderung kommt Mumm und Rotosal bei den Tauben zum Einsatz: „Rotosal ist DAS Präparat zur Regenerationsförderung derzeit, es wird von vielen Züchtern gekauft und erfolgreich eingesetzt.“ Nach der Saison wird sich nicht auf den Erfolgen der Reise ausgeruht, sondern weiterhin ein besonderer Fokus auf die Taubengesundheit gelegt. Werden Tauben bei Ullrichs geimpft, erhalten sie danach Gervit-W in die Tränke. Da Impfungen immer eine Immunreaktion hervorrufen, helfen die vielen Vitamine, die Abwehr der Tauben schnell wieder zu stärken.
Sowohl in der Saison als auch in der Zucht und Mauser sind die Tauben mit Topfit und Zucht und Mauser-Mineral bestens versorgt. In der Mauser erhalten die Tauben der SG Ullrich Hexenbier, und im Winter bekommen sie Avidress Plus in die Tränken. „Besonders auf die Produkte Carni-Speed, Rotosal und das Jungtierpulver möchten wir nicht verzichten“, so Simon.
Natürlich mussten wir der SG Ullrich auch die Frage der Fragen stellen, nämlich woran man eine gute Taube erkennt. „Den Zuchtwert einer Taube findet man durch Probieren heraus. Die Hoffnung liegt natürlich darin, dass gute äußerliche (Körperbau) und innerliche (Reiseleistungen) Eigenschaften gut vererbt werden“, sagt die Schlaggemeinschaft zum Thema Zuchttaube. Eine gute Reisetaube erkenne man vor allem am weichen, glatten Gefieder, am geschlossenen Hinterflügel sowie der langen, spitzen Kelle. Außerdem ist für die Sportsfreunde ein Indiz für eine gute Reisetaube das Verhalten des Tieres: „Häufig sind sehr nervöse Tauben, die sich im Schlag eher unruhig und wenig zutraulich verhalten, bei uns hervorragende Reisetauben. Wichtig für einen Züchter ist es, das Temperament einer jeden Taube richtig einzuschätzen und sie so individuell wie nur möglich zu behandeln. Dennoch muss eine Taube auch zum System des Züchters passen.“
Dass die Dreigenerationengemeinschaft ein Händchen für gute Tauben hat, zeigt sich nicht nur in Nauen, sondern auch bei anderen Züchtern. Erfahrungsgemäß fliegen die Tauben dort ebenfalls gut. Wirklich vorbildlich ist, dass die sympathischen Ullrichs gerne Tauben weitergeben und damit auch Nachwuchszüchter aus der Region unterstützen. Ein Besuch in der Schlaganlage in Nauen lohnt sich also immer, denn sie geben auch gerne Tipps weiter und gewähren Einblicke in ihre Philosophie des Taubensports.
Dadurch entstehen internationale Kontakte, die über Jahre bestehen bleiben: „Wir haben immer wieder polnische Züchter, die von uns Tauben einführen. Ein Züchter kommt bereits seit über 10 Jahren zu uns und holt sich immer wieder Ullrich-Tauben zur Verstärkung seines Bestandes. Er verpaart Tauben mit unserer Abstammung gezielt. So gewann er mit einer Jungtaube, gezogen aus „Ullrich X Ullrich“, einen Mercedes bei dem Tribünenflug in Kozieglowki in Polen.“ Wir sind von der Qualität der Ullrich-Tauben jedenfalls mehr als überzeugt und hoffen, dass sie im kommenden Jahr wieder voll durchstarten können!
Alttierflug:
Jungflug (5 Flüge):
1. der Aktion-Mensch-Flüge
27. im Wettbewerb der Deutschen Verbandsmeisterschaft
19. Verbands-Jährigenmeiste
16. in der RV-Meisterschaft des Verbandes
Unser Team vereint einige der erfolgreichsten Taubenzüchter aus Deutschland, Polen, Belgien und den Niederlanden. Mit ihrer Leidenschaft und Expertise setzen sie auf die bewährten Produkte von Röhnfried, um ihre Tauben optimal auf die Wettflüge vorzubereiten. Das Team steht für herausragende Erfolge im Taubensport und teilt regelmäßig wertvolle Tipps und Erfahrungen. Durch den engen Austausch mit den Züchtern entwickeln wir von Röhnfried kontinuierlich innovative Produkte, die die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Tauben fördern. Gemeinsam setzen wir Maßstäbe im modernen Taubensport.
Mit unseren Produkten unterstützen wir Ihre Tiere dabei, in Zucht, Ausstellung und Sport ihre besten Leistungen zu zeigen. Viele unserer Produkte basieren auf natürlichen Rohstoffen, um die Gesundheit und Vitalität Ihrer Tiere bestmöglich zu fördern. In Schleswig-Holstein produzieren wir in unserem eigenem Werk den Großteil unserer Produkte. Mehr Erfolg bei Zucht und Sport
Natürliche Produkte
Eigene Produktion in Deutschland